Schon jetzt mehr Passagiere als im ganzen Jahr 2021

von Redaktion

Flughafen München: Auslastung der Maschinen auf Rekordniveau – Lufthansa streicht weitere Kurzstreckenflüge

München – Der Flughafen München spürt die Erholung der Reisebranche nach den Corona-Jahren 2021 und 2020 deutlich: Mit rund 13 Millionen Passagieren wurde in den ersten sechs Monaten bereits das gesamte Jahresaufkommen von 2021 übertroffen. „Damit haben sich die Zahlen mehr als verfünffacht“, sagte Sprecher Edgar Engert. Der Flughafen ist aber noch weit vom Vor-Corona-Niveau entfernt: Im ersten Halbjahr 2019 waren es 22,7 Millionen Passagiere.

Mit der größeren Nachfrage erweiterten auch die Airlines ihr Angebot deutlich: Im ersten Halbjahr wurden 129 000 Starts und Landungen registriert, mehr als dreimal so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Unmittelbar nach den strengen Reisebeschränkungen musste die Luftfahrt mit dem Dilemma leben, zwar schon wieder viele Maschinen am Himmel zu haben, die aber oft voller leerer Sitzreihen waren. Auch das ist Vergangenheit: „Die Sitzplatzauslastung lag im Juni mit 84 Prozent auf Rekordniveau“, so Engert.

Ebenfalls auf Wachstumskurs ist das Frachtgeschäft im Erdinger Moos: Laut FMG hat sich das Gesamtaufkommen mit rund 127 000 Tonnen im Vergleich zu 2021 verdoppelt.

Wie stark sich Flugausfälle und Personalengpässe in der Branche auf die Bilanz ausgewirkt haben, vermag man am Moos-Airport nur zu vermuten. Anders als gestern berichtet sei keineswegs jeder vierte Flug annuliert. Die Lufthansa habe zwar in München und Frankfurt gut 900 Verbindungen gestrichen, laut Engert waren aber in erster Linie Ziele betroffen, die mehrmals am Tag angeflogen werden. Innerdeutsch seien etliche Reisende auf die Bahn umgestiegen. Von diesem Freitag bis einschließlich Donnerstag nächster Woche (8.-14. Juli) werden erneut Flüge gestrichen, vor allem Kurzstrecken am späten Nachmittag und abends, da die Flugzeuge über den Tag hinweg immer mehr Verspätungsminuten ansammelte.

In drei Wochen beginnt mit den Sommerferien die Hauptreisezeit. Engert betont, dass die Lage in München noch „vergleichsweise gut“ sei. Ein Vorteil sei, dass für die Passagierkontrollen eine Gesellschaft der Regierung von Oberbayern verantwortlich sei, die bei Weitem nicht so viele Mitarbeiter verloren habe wie private Dienstleister. Trotzdem gebe es keine Entwarnung.  ham

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