Schaumkuss platzt in Stratosphäre

von Redaktion

Moosburger Gymnasiasten lassen Ballon auf 38 400 Metern Höhe steigen

Moosburg – Steht in Moosburg, der Kleinstadt an der Isar, neuerdings ein Wolkenkratzer mit Aussichtsterrasse? Hat ein Pilot beim Naschen aus dem Cockpit fotografiert? Oder wie sonst kommt das Bild zustande, das einen Schaumkuss hoch über Moosburg zeigt?

Die Antwort liefert das örtliche Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium: Dort hat die Klasse 9bc ein Experiment vorgenommen, an das sie sich ein Leben lang erinnern wird. Initiator war Physiklehrer Jens Homfeld (36). Inspiriert durch eine Fortbildung hat er im Unterricht vorgeschlagen, einen Ballon in die Stratosphäre steigen zu lassen. Die Schüler waren gleich Feuer und Flamme – und so wurde seit März fieberhaft auf das Unternehmen hingearbeitet. Gemeinsam mit Homfeld sowie ihren Bio- und Chemielehrerinnen recherchierten und entwickelten die Jugendlichen Versuche, die auf dem Flug bewältigt werden sollten. Parallel holten die Lehrkräfte Genehmigungen ein, denn davon brauchte es jede Menge, wie Homfeld amüsiert erzählt: „Wir mussten den Flug bei der Schulleitung, der Stadt, am Moosburger Flugplatz, beim Landkreis und im Luftamt Südbayern anmelden.“ Bei den 2500 Euro Materialkosten schlugen vor allem die zwei Heliumflaschen ordentlich zu Buche.

Am Dienstag vor einer Woche nun versammelte sich das ganze Gymnasium im Pausenhof, zählte laut den Countdown – und los schwebte der Ballon. Messgeräte, ein GPS-Tracker und eine Kamera dokumentierten alles – auch das Experiment, das zeigte, wie sich ein Schaumkuss in der Stratosphäre verhält: „Durch den niedrigen Druck hat sich die Masse ausgedehnt und man hat gesehen, wie die Schokolade gekocht hat“, erzählt Homfeld. In 38 400 Metern Höhe platzte der Ballon dann, ein Fallschirm öffnete sich – und wie berechnet, landete alles sicher in der Nähe von Landshut. ARMIN FORSTER

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