Mering/Starnberg – Zwei Störungen haben den Bahnverkehr in Oberbayern und Schwaben stark beeinträchtigt. In Mering ermittelt die Kripo nach einem Kabelschaden. Unbekannte haben offenbar einen Kabelschacht geöffnet und Feuer gelegt. 15 Kabel mit insgesamt 500 Adern wurden zerstört, berichtet eine Bahnsprecherin. Das Stellwerk Mering und die Signale funktionierten seit Montagfrüh nicht mehr richtig. Daher wurde der Fernverkehr über Ingolstadt umgeleitet, es gab massive Verspätungen. Die Regionalzüge fuhren nur teilweise. Die Bayerische Regiobahn, deren Züge in Mering auf die Hauptstrecke nach Augsburg einschleifen, konnte ebenfalls nicht mehr fahren. Die BRB-Pressestelle berichtete über einen „Anschlag“. Diesen Begriff vermeidet die Kripo Augsburg. „Wir sprechen nicht von Brandanschlag, sondern von Brandlegung.“ Klar sei aber, dass einer oder mehrere Unbekannte „mutwillig“ den Bahnverkehr lahmgelegt hätten – aus welchen Motiven auch immer.
Große Probleme verursachte gestern zudem eine S-Bahn der Linie 6, die gegen 7.30 Uhr auf der Fahrt Richtung München wegen Rauchentwicklung stehen geblieben war. Auch Züge der Werdenfelsbahn mussten stoppen. In Höhe Mühltal zwischen Starnberg und Gauting evakuierte die Feuerwehr 80 S-Bahn-Passagiere – sie wurden zum Teil zum stillgelegten Bahnhof Mühltal gebracht, zum Teil konnten sie über eine provisorische Brücke, die die Feuerwehr aus Brettern gezimmert hatte, in eine gegenüberliegende S-Bahn umsteigen. Ursache der Störung war eine festgefahrene Bremse. Die defekte S6 kam in eine Werkstatt. Die Störung dauerte bis 10.30 Uhr. dw/ike