Vaterstetten – Alles für den guten Zweck hieß es am Samstag in Vaterstetten (Kreis Ebersberg) beim Rotary Fußball Charity Turnier. „Hier haben alle gewonnen“, erklärte am Ende Frank Meik, Hauptorganisator und Rotarier in München-Harlaching. Der Erlös der Veranstaltung, die so zum letzten Mal stattfand, kommt Projekten für benachteiligte Kinder zugute.
Für die größte Aufmerksamkeit sorgte erwartungsgemäß das Team der DFB-AllStars mit den Ex-Fußballstars Jens Nowotny, Jens Lehmann und Renate Lingor. „Gemeinsam mit anderen Mannschaften Gutes tun – wir freuen uns, dass wir mit unserer Anwesenheit ein bisschen dazu beitragen können“, erklärte die ehemalige Nationalspielerin Lingor, die als Schirmherrin der All-Stars in der DFB-Stiftung Sepp Herberger tätig ist. Zwar seien sie nicht mehr so fit wie früher, könnten nicht mehr Vollgas geben, „doch hier geht’s ja um die Sache und um den Spaß“.
Wer wie die Rotarier eine karitative Stiftung organisiere, sei etwas Besonderes, ergänzte Jens Lehmann, der nicht als Torwart, sondern als Abwehrspieler auf dem Feld stand. „Das ist viel Arbeitsaufwand und zeitintensiv.“ Wenn man dies mit Fußball und Freunden verbinden könne, mache er immer gerne mit.
Trotz aller Scherze beobachteten die einstigen Profis ihre Gegner in den anderen vier Teams genau. Wie beispielsweise Ex-Löwe Benny Lauth, der mehrfach quer über den Platz sprintete. In dessen Team kickte unter anderem der frühere Bob-Welt- und Europameister Manuel Machata. „Als Athlet hatte ich nie Zeit für so etwas, jetzt engagiere ich mich gerne.“ Auch wenn er schnell etwas kurzatmig werde, so Machata scherzend. „Ich hatte vor zehn Jahren zuletzt Fußballschuhe an.“
Überschattet wurde das Turnier von einer schweren Verletzung gleich im ersten Spiel. Ein Mitglied der Medienmannschaft zog sich einen offenen Mittelfußbruch zu und musste längere Zeit auf dem Spielfeld notversorgt werden. „Ohne Fremdeinwirkungen“, betonten die Spieler der gegnerischen Mannschaft.
Rund um das Fußballturnier gab es ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Tombola, Torwand für die Kinder, Info- und Essensständen. „Das Rotary Fußball Charity Turnier ist für die Rotarier ein Familienevent, das große Bedeutung genießt“, erklärte Frank Meik, Governor von Rotary Südostbayern 2020/21 und Vorsitzender des Deutschen Governorrates 2021/22. Mehr als 50 Rotary-Clubs und sehr viele Distrikte hätten sich in diesem Jahr beteiligt. „Es ist eine der ambitioniertesten rotarischen Veranstaltungen in Europa.“
Der Reinerlös der letzten beiden Turniere lag im fünfstelligen Bereich. Das Geld kommt unter anderem der Stiftung Lichtblick Hasenbergl, den Sternstunden sowie einem Projekt für Kinder in Kapstadt zugute. „Wir unterstützen aber nicht nur übergeordnete Projekte“, verriet Michi Müller, ehrenamtlicher Kindertrainer in Blutenburg und Torwart im Rotary-Team.
Zu den vielen kleineren Projekten, die gefördert werden, zählte zuletzt beispielsweise ein Fußballturnier in Moosach für rund 1500 Kinder. Für Frank Meik allerdings war es die letzte Veranstaltung unter seiner Leitung. „Ich habe das Turnier jetzt zum dritten Mal durchgeführt, das ist schon sehr viel Arbeit.“ Zeit für frischen Wind. Vielleicht auch von einer der Frauen, die die Rotarier aktuell verstärkt in ihren Reihen begrüßen können. „Jeder, der sich für andere einsetzen will, ist bei uns willkommen.“