Karlsfeld/Lagos – 76 Tage sind vergangen, seit die nigerianische Familie Esiovwa aus ihrer Wohnung in Karlsfeld im Kreis Dachau abgeholt und abgeschoben wurde. Die drei Kinder im Alter von sechs bis elf kennen das Land nicht, die Eltern und der zehnjährige Gabriel sind auf medizinische Hilfe angewiesen. Während Helfer in Bayern Spenden für die Esiovwas sammeln und noch immer versuchen, sie zurückzuholen, kämpft die Familie in Afrika mit dem Alltag. „Wir kommen nicht gut zurecht“, sagt Vater Nicolas. Die Kinder seien immer müde und hätten ihre Fröhlichkeit verloren.
Die Familie war im Juli in Lagos gelandet, hatte jedoch dort keine Chance, eine Wohnung zu finden. Sie mussten ins Hinterland ausweichen, auf den Straßen würden oft Menschen gekidnappt, sagt Esiovwa. In dem Haus, in dem die Familie nun untergekommen ist, gibt es keinen Strom. Das wirkt sich auch auf Gabriels Gesundheit aus: Er hat Schwierigkeiten wegen seines Asthmas. Auch die Eltern sind beide auf medizinische Behandlungen angewiesen, die sie nicht bekommen. Die Kinder gehen in die Schule, sie müssen einen weiten Weg laufen, das sei sehr gefährlich. „Jeden Abend beten wir, dass wir wieder nach Hause können“, sagt die elfjährige Stefanie. cb