Gestern wurde ich von einem Regenschauer überrascht. Leicht schadenfroh kauzte der Waldkauz Ulrich, wie das denn passieren konnte – Regen könne er schließlich riechen. Und gleich erklärte er, wieso: „Aber dass man Regen wirklich riechen kann, muss es vorher lange trocken und warm gewesen sein. Also genauso wie das Wetter in der vergangenen Woche bei uns am See war. Eigentlich sind Regentropfen nämlich geruchlos. Aber bei viel Sonnenschein und Wärme bilden die Pflanzen auf ihren Blättern, Ästen und Halmen eine ganz dünne Schicht aus ätherischen Ölen. Auch trocknet der Boden aus und wird porös. Wenn dann die ersten Tropfen auf die Pflanzen und den Boden fallen, werden die ätherischen Öle durch den Regen freigesetzt. Auch die winzigen Bakterien im Boden werden durch die Regentropfen in die Luft geschleudert, wie auf einem Trampolin. Durch die Öle der Pflanzen und die kleinen Bakterien im Boden entsteht so der typische Regengeruch. Dieser Regengeruch hat sogar einen eigenen Namen. Die Forscher und Wissenschaftler der Zweibeiner nennen ihn Petrichor. Je länger das Wetter vor dem ersten Regenschauer warm war, desto mehr und intensiver duftet der Regen.“ Eure Paula