München – Die Corona-Herbstwelle sorgt in immer mehr bayerischen Städten und Landkreisen für vierstellige Inzidenzen. Am Freitag meldete das RKI für neun Landkreise und die Landeshauptstadt München offizielle Werte über 1000. Am Donnerstag lagen erst vier Kreise über dieser Schwelle, vor einer Woche noch kein einziger.
In Fürstenfeldbruck liegt die Inzidenz bei 1334 – damit hat der Landkreis die höchste Inzidenz in ganz Bayern. Die Landkreise Ebersberg und Dachau liegen mit 1265 und 1207 auf Platz zwei und drei. Im Ballungsraum und in der Stadt München selbst, wo die letzten Wochen die Wiesn stattgefunden hatte, liegen einige Inzidenz-Spitzenreiter.
Die Werte steigen aktuell nicht mehr so schnell wie in der vorletzten Woche: Bayernweit liegt die Inzidenz nun bei 818 – binnen einer Wochen macht das ein Plus von 25 Prozent. Durch den Feiertag am Montag könnten die Zahlen aber noch verzerrt sein. Zudem meldeten einzelne Landkreise wohl keine Zahlen ans RKI in Berlin.
Grundsätzlich haben die Inzidenzzahlen an Aussagekraft eingebüßt. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl von nicht vom RKI erfassten Corona-Fällen aus – vor allem, weil bei Weitem nicht mehr alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.
Die Herbstwelle trifft jetzt auch die Krankenhäuser immer stärker. München meldete am Freitag eine Belegung von 552 Patienten mit Corona – das sind 47 Prozent mehr als vor einer Woche. Bayernweit stieg die Zahl der binnen einer Woche eingelieferten Patienten auf ein Allzeithoch von 1849, wie Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zeigen. Auch die Kreisklinik Fürstenfeldbruck behandelt mehr Corona-Patienten als je zuvor, teilte eine Sprecherin mit. Am Freitag befanden sich 40 Corona-positive Patienten auf der Normalstation und drei Patienten auf der Intensivstation, zwei davon wurden beatmet. Die Situation in den umliegenden Krankenhäusern sei ähnlich. „Daher verzeichnen wir auch in der Zentralen Notaufnahme ein überdurchschnittlich hohes Patientenaufkommen“, so die Sprecherin. „Die Lage ist so angespannt, dass unser Haus über das Wochenende bei der Leitstelle abgemeldet werden muss.“
In Bayern melden laut Intensivregister derzeit 78 Intensivstationen eingeschränkten Betrieb, weitere 46 teilweise eingeschränkten Betrieb. Regulär arbeiten 51. Eine klare Verschlechterung: Mitte September hatte es noch deutlich mehr regulären als eingeschränkten Betrieb gegeben. st