Augsburg – Der Vorsitzende des Metzgerhandwerks Bayern, Konrad Ammon, schlägt wegen der steigenden Inflation Alarm. „Mir ist es vor 2023 bange“, sagte er. Schon zehn Prozent seiner Kundschaft sei zu Discountern abgewandert. Und der Rest kaufe wegen der steigenden Preise nicht mehr so viel Fleisch und Wurst wie früher. Auch die Nachfrage nach Bio-Fleisch sinke.
Als Gradmesser nannte Ammon das Beispiel „Leberkäs-Semmel“. Ihr Preis sage viel darüber aus, in welche Richtung sich die Inflation entwickle. Die Semmeln seien teurer geworden, Schweinefleisch seit Januar 2022 gar um 85 Prozent. „Aus Verbraucher-Sicht herrscht Alarmstufe Leberkäs-Semmel.“ Ein Preis von 3,00 bis 3,50 Euro für eine Leberkäs-Semmel sei für Handwerks-Metzgereien nicht mehr kostendeckend.
Eigentlich müsste eine Leberkäs-Semmel mindestens 4,00 bis 4,50 Euro kosten, damit die Handwerks-Metzgereien daran etwas verdienten. „Aber das können wir natürlich nicht machen“, sagte Ammon. Da sei bei den meisten Verbrauchern die Schmerzgrenze erreicht.