Bergsteiger will Rettung von der Zugspitze nicht bezahlen

von Redaktion

Grainau/Ehrwald – Man möchte meinen, dass ein Bergsteiger, der aus größter Not gerettet wurde, dafür dankbar ist. Doch ein Mann, der von der Zugspitze geborgen wurde, drohte mit dem Anwalt, nachdem er die Rechnung für den Einsatz bekam.

Dichtes Schneetreiben herrschte am Westhang der Zugspitze, als Mitte September ein Bergsteiger Herzprobleme am Stopselzieherweg bekam. Das ist ein Klettersteig, der von Ehrwald in Tirol über einen Höhenunterschied von 2000 Metern auf die Zugspitze (2962 Meter) führt. „Es herrschten winterliche Verhältnisse“, sagt Regina Poberschnigg, die Leiterin Bergrettung Ehrwald.

Kälte, Glätte, schwerer Schnee. Die Verhältnisse waren kritisch, als der deutsche Bergsteiger etwa 400 Meter unterhalb des Gipfels Herzprobleme bekam. Er setzte einen Notruf ab. „Da das Wetter schlecht war, konnte aber kein Hubschrauber zu ihm hinfliegen“, berichtet Poberschnigg. Also rückten eine zwölfköpfige Rettungsmannschaft und ein Arzt aus, die mit der Gondel der Tiroler Zugspitzbahn auf den Gipfel fuhren, um sich von dort zu dem laut Poberschnigg für die Witterung schlecht ausgerüsteten Bergsteiger abzuseilen. Alles ging gut, der gescheiterte Gipfelstürmer wurde zur Gipfelstation gebracht, er fuhr mit der Bayerischen Zugspitzbahn sicher und unverletzt ins Tal und dann nach Hause.

Als er jetzt die Rechnung für den Einsatz bekam, schaltete er aber auf stur. „Er hatte keine Versicherung für Österreich und wollte nicht bezahlen“, sagt Poberschnigg. 1500 Euro habe die Rechnung betragen. „Das ist ein Standardsatz“, so die Retterin. Statt zu zahlen, bombardierte der Gerettete die Bergrettung mit Mails. Er habe gar keinen Arzt gebraucht, die Rettung habe nicht zweieinhalb, sondern nur zwei Stunden gedauert. „Er drohte sogar damit, einen Anwalt einzuschalten.“ Poberschnigg ließ diese Vorwürfe aber nicht auf sich sitzen und stellte den Mann am Telefon zur Rede. Die Folge: „Er hat dann doch bezahlt!“ JOHANNES WELTE

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