Kempten – Zum Auftakt seines Vergewaltigungsprozesses hat ein Bundeswehrsoldat bestritten, beim Auslandseinsatz in Afghanistan eine Kollegin zum Sex gezwungen zu haben. Vor dem Landgericht in Kempten sagte der 36-jährige Angeklagte am Dienstag, dass der Sex einvernehmlich gewesen sei. Die Bundeswehrsoldatin habe ihn sogar dazu animiert.
Die Tat soll sich vor zwei Jahren im Feldlager Camp Marmal in Mazar-i-Sharif zugetragen haben. Der angeklagte Feldjäger soll laut Anklage nachts die Soldatin mit seiner Waffe zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Zuvor hatten die Soldaten laut Staatsanwaltschaft eine Faschingsparty gefeiert – es war der 11. November 2020.
Dem Mann, der aus Dormagen in Nordrhein-Westfalen stammt, drohen mehrere Jahre Haft. In dem Verfahren sind noch mehrere Verhandlungstage geplant, ein Urteil könnte dann Mitte November verkündet werden. Die Kemptener Justiz ist deutschlandweit zentral für solche Straftaten von Bundeswehr-Soldaten im Auslandseinsatz zuständig.