Aktivisten sind Justiz bekannt

von Redaktion

25-jährige Studentin hatte sich 2021 über der A 96 abgeseilt

Erding/Potsdam – Die Klimaaktivisten der „Letzten Generation“, die am Sonntag im Potsdamer Museum ein Gemälde mit Kartoffelbrei bespritzt haben und sich danach mit den Händen an die Wand klebten, sind der Erdinger Justiz bereits bekannt. Sie gehörten zu den Aktivisten, die sich während der Internationalen Automobilausstellung 2021 von Brücken über den Autobahnen 8, 94 und 96 abseilten. Die Polizei musste die Autobahnen sperren. Mehrere Personen wurden festgenommen, darunter auch die 25-jährige Studentin Mirjam Herrmann und Kim Schulz aus Passau. Der Fall landete vor Gericht.

Der Erdinger Ermittlungsrichter wollte die Blockierer damals für die Dauer der IAA präventiv in Haft nehmen. Doch Mirjam Herrmanns Anwalt legte erfolgreich Beschwerde ein. Die Richter in Landshut ließen die jungen Leute laufen, weil sie davon ausgingen, von ihnen gehe keine Gefahr mehr aus. Die Erdinger Justiz sah das anders, sie befürchtete weitere Taten. Wie sich zeigt, hat sie recht behalten.

Mirijam Herrmann bekennt sich zu der Tat in Potsdam. „Die Aktion sollte einen Schock auslösen“, sagt sie. „Die Leute sollten spüren, wie es sich anfühlt, wenn ein Unikat verloren geht.“ Dieses Schicksal drohe auch dem Planeten. Das Bild im Museum war allerdings hinter Glas geschützt, das wussten die Aktivisten.

Die Abseilaktion über der A96 wird nun juristisch aufgearbeitet. Herrmann und Schulz sind wegen des Verdachts der Nötigung angeklagt. Verhandelt wird in Fürstenfeldbruck. Vor einer Haftstrafe habe sie Angst, sagte Herrmann dem BR. „Aber das ist weniger beschissen als eine Klimakatastrophe.“ ham

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