München – Der Bundesrechnungshof hat nach Informationen des BR bereits 2018 den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München als nicht vom Bund förderfähig kritisiert. Die veranschlagten Kosten seien so hoch gewesen, dass der Kosten-Nutzen-Faktor nicht mehr den Förderkriterien entsprochen habe, heißt es in einem Papier des Rechnungshofes. „Die Nutzen-Kosten-Untersuchung erbrachte ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,05. Der Bundesrechnungshof hält sie nicht für tragfähig, weil nicht alle relevanten Aspekte in die Untersuchung eingeflossen sind (…). Der Bundesrechnungshof hat Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens“, zitiert der BR aus dem Rechnungshof-Papier. So seien etwa Aufwendungen für die Instandhaltung nicht in die Planungen eingeflossen. Das ganze Bauprojekt sei damals auf 3,2 Milliarden Euro angesetzt worden, dazu seien die Risikokosten, eine Art Sicherheitspuffer, gekommen – so sei man auf die Summe von 3,85 Milliarden Euro gekommen. Dies habe der Bundesrechnungshof als zu niedrig kritisiert.
Der Bund finanziert die 2. Stammstrecke ungeachtet der Kritik aus dem Bundesrechnungshof mit bis zu 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Das sind Stand jetzt über drei Milliarden Euro. Insgesamt soll die Röhre sieben Milliarden Euro kosten.
Die Deutsche Bahn sucht passenderweise derzeit über ihr Stellenportal einen Experten „Finanzierung für das Großprojekt 2. S-Bahn Stammstrecke München“. „In Deiner Funktion als Fachexperte bist Du für die Sicherstellung der Projektfinanzierung für das Großprojekt zuständig“, heißt es in der Jobbeschreibung. mm/lby