Starnberg – Die Ausschüttungsregularien des Pflegebonus führen teils zu unglücklichen Fällen: Pflegekräfte im Klinikum Starnberg etwa erhalten die Sonderzahlung in Höhe von rund 3300 (für Intensivpfleger) oder 2200 Euro (für Normalstation-Pfleger) nicht – weil ein einziger Patient in der Statistik fehlt.
Der im Sommer vom Bund beschlossene Pflegebonus wird heuer in 837 deutschen Kliniken ausbezahlt. 500 Millionen Euro stellte die Bundesregierung bereit – aber nur für Krankenhäuser, in denen 2021 mehr als zehn Covid-19-Patienten länger als 48 Stunden beatmet wurden. In Starnberg waren es neun. Klinik-Chef Dr. Thomas Weiler, der auch Geschäftsführer von „Gesundheit Oberbayern“, einem Zusammenschluss kommunaler Krankenhäuser, ist, kritisiert die Kriterien: „Aus medizinischer Sicht ist das Unsinn. Es ist doch sinnvoll, Patienten möglichst wenig zu beatmen. Das ist wissenschaftlich nachgewiesen.“ Das Krankenhaus habe den Pflegebonus auch verpasst, weil bestimmte Patienten zur Beatmung an die Gautinger Asklepios-Lungenklinik verwiesen worden seien. Dort sind sie aus fachlicher Sicht besser aufgehoben. Das Fachkrankenhaus versorgte seit Beginn der Pandemie nach eigenen Angaben rund 700 Corona-Patienten stationär. gma