Feldkirchen – Der Präsident des Bayerischen Jagdverbands, Ernst Weidenbusch, muss sich wohl einer außerplanmäßigen Neuwahl stellen. Wie eine Verbandssprecherin bestätigte, sind in der Verbandszentrale in Feldkirchen im Kreis München insgesamt 20 Anträge aus den Kreisgruppen für eine außerordentliche Versammlung eingegangen. 17 wären nötig, um diese einzuberufen. Weidenbuschs Kritiker wollen auf der Versammlung die Abwahl ihres Präsidenten erzwingen. Die Anträge würden derzeit geprüft, heißt es aus der Pressestelle des Verbands.
Weidenbuschs Kritiker werfen ihm eine Spaltung des Verbands vor, dazu einen rüden Umgang mit einigen Mitgliedern – und auch bei inhaltlichen Fragen, wie zum Beispiel der Wiederannäherung an den Deutschen Jagdverband oder den Umgang mit Förstern und Waldbesitzern, gibt es erhebliche Differenzen zwischen den beiden Lagern. Weidenbusch hatte sich zuletzt in einer Pressekonferenz gegen die Vorwürfe verteidigt und von einer Rufmordkampagne gesprochen.
Einer von Weidenbuschs Gegnern im Verband ist Bernhard Kukula von der Kreisgruppe Nürnberg-Land. Auch er hat einen Antrag eingereicht – und gestern gleich noch ein Schreiben an den Präsidenten geschickt, in dem er Weidenbusch auffordert, noch vor Weihnachten die Versammlung zu terminieren. Sonst werde er gerichtliche Schritte einleiten. Kukula spricht von einer „Verzögerungstaktik“ der Verbandsspitze. Nach Weihnachten soll nach Kukulas Angaben ein Gegenkandidat präsentiert werden.
Weidenbusch hatte sich bei der letzten regulären Wahl im April knapp mit 318 zu 273 Stimmen bei 31 Enthaltungen gegen den Vorsitzenden der Dachauer Kreisgruppe, Ernst-Ulrich Wittmann, durchgesetzt. Dieser hatte erst zwei Tage vor der Landesversammlung seine Kandidatur angekündigt. dg