Von A wie Abfall bis Z wie Zahnmedizinische Fachangestellte: Es gibt wohl fast nichts, was das Statistische Landesamt in Fürth nicht erfasst. Gestern stellte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) das Jahrbuch 2022 vor. Hier ein Überblick über Bayern in Zahlen, vieles ernst, manches zum Schmunzeln.
Bevölkerung wächst
Bayern wächst, zum Stichtag 30. September lebten hier 13,35 Millionen Personen. In den vergangenen zehn Jahren gab es einen Zuwachs von 854 000 Menschen. Wahr ist aber auch: Die Zahl der Geburten sinkt wieder. Von Januar bis September 2022 gab es 93 577 Neugeborene, über 8000 weniger als im Vergleichszeitraum 2021.
Zuwanderung steigt
In den ersten neun Monaten dieses Jahres gab es im Saldo über 192 000 Zuzüge aus dem Ausland, 3800 aus dem Inland. 70 Prozent der ausländischen Zuwanderer waren ukrainische Kriegsflüchtlinge. Dahinter rangieren Rumänen (11 000) und Afghanen (5500).
Wohnungen knapp
Wohnungsknappheit ist ein großes Thema. Wahr ist aber auch: Mit 49,1 Quadratmeter steht für jeden Einwohner so viel Platz zur Verfügung wie nie. Für Herrmann ist das „Ausdruck des gestiegenen Wohlstands“. Insgesamt gibt es 6,6 Millionen Wohnungen, der Zuwachs 2021 betrug aber nur bescheidene 58 000.
Wirtschaft brummt
„Der Freistaat kommt gut durch die Krisen“, stellt der Innenminister fest. Die Arbeitlosenquote ist mit 3,1 Prozent im Schnitt 2022 erneut die niedrigste in ganz Deutschland. 7,78 Millionen sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige gab es im zweiten Quartal: ein Rekord.
Bierkonsum schwankt
Der Bierabsatz ist, nun ja, stark schwankend. Im Ernst: Für die Brauereien lief es schon mal besser. 2,4 Millionen Hektoliter wurden in den Sommermonaten verkauft. 2021 waren es noch 2,6 Millionen Hektoliter je Monat.
Ja zu Haushaltsgeräten
Vier von fünf Haushalten, fast 80 Prozent, haben eine Geschirrspülmaschine (bei den Single-Haushalten sind es aber unter 60 Prozent). Wäschetrockner haben 50 Prozent der Haushalte, bei Ehepaaren mit Kindern sind es aber 70 Prozent.
Vernarrt ins Auto
Verabschiedet sich die Bevölkerung vom Auto? „Davon können Sie in den Statistiken nichts erkennen“, erwidert Herrmann. Die Zahl der in Bayern zugelassenen Pkw steigt „Monat für Monat, Jahr für Jahr“. Es waren Anfang 2022 rund 8,2 Millionen Pkw in Bayern angemeldet, eine halbe Million mehr als noch 2017. Der Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen betrug 5,2 Prozent.
Pflege oft zu Hause
Ein Megathema: die Pflege. Weit die meisten Pflegebedürftigen, etwa 60 Prozent, werden zu Hause betreut, 21 Prozent zusätzlich ambulant. 110 000 der 580 000 Pflegebedürftigen in Bayern leben in einem Pflegeheim. Der Chef des Statistik-Landesamtes, Thomas Gößl, kündigte eine bayernweite Vorausberechnung runtergerechnet bis auf die Landkreise an. So soll der Bedarf an Pflegeplätzen besser eingeschätzt werden.
Ackerbau & Viehzucht
Bayern ist 7,05 Millionen Hektar groß, drei Millionen Hektar sind Agrarflächen. Getreideanbau nimmt gut eine Million Hektar ein. Der Viehbestand ist rückläufig (sechs Mio. Schweine und Rinder).
Todesfälle
In Bayern starben 2021 fast 148 000 Personen. Die Zahl der Toten durch häusliche Unfälle lag 2020 bei 1778, davon 1617 durch Stürze, 185 von Treppen. Es gab 1523 Selbstmorde.
Und sonst?
Die Inflation betrug elf Prozent im Oktober, aber das weiß schon jeder. In Bayern leben 13 Millionen Hühner, weiß wahrscheinlich nicht jeder. Die Bayern sammelten 1,56 Millionen Tonnen Wertstoffe, knapp die Hälfte ist Papier/Pappe. Und es gibt eine Konstante: Der Traum der bayerischen Jugend ist es, Kfz-Mechatroniker zu werden (über 12 000 Azubis). Aber immerhin gibt es auch fast 6000, die Zahnmedizinische Fachangestellte werden wollen.