Rottach: Letztes unbebautes Grundstück verkauft

von Redaktion

Käufer aus dem Nordwesten Deutschlands baut auf 6300 Quadratmetern seinen Altersruhesitz

Rottach-Egern – Die Adresse Ganghoferstraße 11 am Schorn ist das allerletzte unbebaute Seegrundstück in Rottach-Egern. Jetzt soll das 6300 Quadratmeter große Areal bebaut werden – von einer Privatperson.

Der Bauantrag für ein Wohnhaus, ein Gäste- und ein Atelierhaus und eine Tiefgarage erleichtert den Gemeinderat – man hofft, den Ortscharakter zu bewahren. Denn auf dem vier Flurstücke umfassenden Areal waren bereits drei Mehrfamilienhäuser in Planung. Der direkte Nachbar, der das Grundstück mit Premiumblick auf Schloss Tegernsee erworben hatte, sicherte sich 2020 das Baurecht. Über einen Bauträger hätten dort etliche Luxuseigentumswohnungen entstehen sollen. „Das ist sensibles Gebiet und da wäre fast ein eigenes neues Viertel entstanden, das den Charakter der ganzen Ganghoferstraße verändert hätte“, erklärte Bürgermeister Christian Köck. Er ist erleichtert, dass das Grundstück kürzlich an eine Einzelperson verkauft wurde, die dort ihren Altersruhesitz errichten möchte.

Der Käufer stammt aus dem Nordwesten Deutschlands, der seinen Erstwohnsitz nach Rottach-Egern verlegen wird. Für seinen Altersruhesitz auf einem der prominentesten Filetgrundstücke ganz Oberbayerns plant der neue Eigentümer ein Wohnhaus mit moderaten 21 Metern Länge, 9,30 Metern Breite und einer Wandhöhe von 6,50 Metern. Dahinter (im Süden) sollen rechts und links versetzt ein Gästehaus sowie ein Atelierhaus entstehen. Die Tiefgarage soll neun Stellplätze haben. Für eventuelles Hochwasser sollen Streuwiesen entstehen. Über so viel bauliche Zurückhaltung und so wenig Flächenversiegelung waren die Rottacher Gemeinderäte positiv überrascht. Dem Bauamt wurde signalisiert, dass der neue Eigentümer die prägenden Bäume erhalten möchte. Dass das Grundstück irgendwann bebaut werden würde, war für die Gemeinderäte nur eine Frage der Zeit. Dabei wertete es zum Beispiel Florian Baier (CSU) als Erfolg, dass dort kein Mehrfamilienhaus-Ensemble gebaut wird. Bevor das Gremium den Bauantrag einstimmig verabschiedete, empfahl Bürgermeister Köck: „Aus Verwaltungssicht spricht nichts gegen die Planung. Lieber ein Spatz in der Hand, statt zu pokern.“ Zu weniger Baumasse werde es auf diesem Grundstück wohl nie kommen. A.KORIMORTH

Artikel 1 von 11