Oberstdorf – Nach Ermittlungen wegen illegaler Bauarbeiten am Rappenalpbach hat die Oberallgäuer Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) das Vorgehen ihrer Behörde verteidigt. „Meine Verwaltung hat sich korrekt verhalten“, sagte sie. Sie habe „unverzüglich“ Baustopp verhängt, als sie von den rechtswidrigen Arbeiten am streng geschützten Bach erfahren hat. „Zum Zeitpunkt waren schon weitgehend vollendete Tatsachen geschaffen.“
Der Verantwortliche der Alpgenossenschaft, in deren Auftrag rund 1,6 Kilometer Wildbach mit einem Bagger bearbeitet wurden, hatte zuvor erklärt, das Landratsamt sei für die Zerstörung verantwortlich. In einer Aktennotiz habe es gewisse Arbeiten als zulässig erklärt, was die Alpgenossenschaft als Bauerlaubnis aufgefasst habe.
Die Behörde betonte dagegen, für eine so umfangreiche Kanalisierung des Bachs wäre ein komplexes Genehmigungsverfahren nötig gewesen. Der Verantwortliche der Alpgenossenschaft „wisse, was er getan hat“, teilte das Landratsamt gestern mit. Bei den Aussagen handle es sich um „offensichtliche Schutzbehauptungen“. lby