Hans Carossa (1878 bis 1956) war ein bayerischer Dichter und Arzt. In den 1920er- und 1930er-Jahren galt er hierzulande als einer der bekanntesten Schriftsteller. Doch bevor er als Literat zu Ruhm kam, schlug Carossa einen anderen Weg ein. Der gebürtige Tölzer studierte Medizin und übernahm die Arztpraxis seines Vaters in Passau. Seine wahre Leidenschaft war jedoch das Schreiben. Darum gab er die Praxis schließlich auf und widmete sich mit voller Hingabe der Literatur. Er schrieb Gedichte, Erzählungen und autobiografische Beobachtungen. Er wurde 1941 beim Europäischen Dichtertreffen zum Präsidenten der nationalsozialistischen „Europäischen Schriftsteller-Vereinigung“ ernannt.
Die Nazis verurteilten ihn indes zum Tode, weil er sich kurz vor Ende des II. Weltkriegs in einem Brief an den Oberbürgermeister von Passau dafür aussprach, zu kapitulieren. Er konnte durch das schnelle Anrücken der Alliierten gerettet werden. Carossa ist im Familiengrab in Passau beerdigt. Nach Carossa wurden Schulen in Landshut, Berlin, Pilsting und Passau sowie eine Klinik in Stühlingen und Straßen in Deutschland und Österreich benannt. Er ist Ehrenbürger der Stadt Passau und Landshut und bekam das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen.