Würzburg – Der Geschäftsmann Kenneth Arnold flog 1947 über den US-Bundesstaat Washington. Er berichtete von Lichterscheinungen am Himmel – vermeintlichen Ufos. Bis heute interessiert das Phänomen die Menschheit. So wie Hakan Kayal, Professor für Raumfahrttechnik an der Universität Würzburg.
Sind wir allein im Universum?
Es könnte sein, dass wir die Einzigen sind. Wenn wir aber von intelligentem Leben außerhalb der Erde wüssten, hätte das große Auswirkungen auf die Wissenschaft und alle Aspekte der Gesellschaft – kulturell, politisch, religiös.
Wie findet man heraus, ob es Außerirdische gibt?
In großen Teilen unseres Sonnensystems versuchen das robotische Sonden. Wir haben Rover, die auf Planeten, etwa auf dem Mars, landen und versuchen, Bodenproben zu analysieren und Anzeichen für anderes Leben zu finden.
Wie stellen Sie sich Außerirdische vor?
Auf der Erde gibt es vielfältige Lebensformen. Es könnte sein, dass Außerirdische, wenn es sie denn gibt, Ähnlichkeiten mit uns haben. Manche wiederum nicht. Das hängt stark von Umgebungsbedingungen ab, in denen sie sich behaupten mussten.
Könnten Außerirdische bis zur Erde vordringen?
Intelligentes Leben könnte weit fortgeschritten sein. Das Universum ist sehr alt und andere Zivilisationen hatten womöglich mehr Zeit als wir, Technologien und Wissenschaft zu entwickeln. Vorstellbar ist, dass sie es geschafft haben, die Lichtgeschwindigkeit zu überwinden. Und dann wäre es denkbar, dass sie auch hierher zu uns kommen.
Haben Sie mal etwas am Himmel gesehen, das Sie nicht einordnen konnten?
Ich nicht, aber mein Vater in den 1970er-Jahren. Er hat ein klassisches Ufo gesehen. Klassisch in dem Sinne, dass es oval bis rundlich und sehr hell und bunte Lichter um einen sichtbaren Durchmesser herum hatte. Es fehlten bei der Beobachtung Aspekte, die es besonders machen würden. Ruckartige Bewegungen oder plötzliche Beschleunigungen etwa. Also kann ich nicht sagen, was es war.
Was würden Sie Außerirdische gerne fragen?
Ich würde gerne wissen, welchen Entwicklungsstand die Menschheit als Ganzes hat. Sind wir im Mittelfeld, weit fortgeschritten oder zählen wir zu den Intelligentesten? Das kann niemand beantworten, weil wir keine Referenz haben. Wir können uns mit niemandem vergleichen. dpa