Planegg/Weisendorf – In Bayern sind zwei Menschen bei Familiendramen ums Leben gekommen. In Planegg im Kreis München war am Donnerstagabend eine schwer verletzte Frau in ihrer Wohnung gefunden worden. Im Keller des Hauses war ein Brand gemeldet worden. Die Einsatzkräfte entdeckten die 46-Jährige am Boden liegend. Offenbar war sie brutal gegen den Kopf geschlagen worden. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht, starb aber noch am selben Tag an ihren schweren Verletzungen. Ob der Brand mit dem Angriff auf die Frau zusammenhing, war noch unklar.
Am selben Abend meldete sich bei der Polizei ein 20-Jähriger telefonisch und kündigte an, sich das Leben nehmen zu wollen. Es handelte sich um den Sohn der 46-Jährigen, er steht unter Tatverdacht. Die Polizei fahndete mit 15 Streifen und einem Hubschrauber nach dem Mann – und entdeckte ihn auf einer Baustelle unweit des Wohnhauses. Er stand in 40 Metern Höhe auf einem Kran. Mit einem Hubfahrzeug der Feuerwehr wurde die Verhandlungsgruppe der Polizei in Position gebracht, erst nach 2 Uhr nachts ließ sich der 20-Jährige festnehmen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht und soll nun dem Haftrichter vorgeführt werden.
In Mittelfranken kam es ebenfalls zu einer Gewalttat mit einer Toten. Unter Tatverdacht steht ein 17-Jähriger. Er soll seine 14 Jahre alte Schwester umgebracht und seine 41-jährige Mutter schwer verletzt haben. Er wurde am Freitag kurz nach der Tat in Tatortnähe vorläufig festgenommen.
Bei der Polizei war ein Notruf „aus dem Umfeld“ der Familie eingegangen, wie ein Sprecher berichtet. Im Haus fanden die Beamten das tote Mädchen. Sie starb nach ersten Erkenntnissen durch einen spitzen, scharfen Gegenstand, vermutlich ein Messer. Die Mutter kam schwer verletzt ins Krankenhaus, es bestand jedoch keine Lebensgefahr. Offenbar waren die Frau und die beiden Jugendlichen zum Tatzeitpunkt allein im Haus. Zum Vater der Kinder machte die Polizei keine Angaben.
Was genau in dem Haus passierte, blieb zunächst ebenso im Dunkeln wie ein mögliches Motiv. Man stehe noch am Anfang der Ermittlungen, sagte der Sprecher. Die Spurensicherung sucht nach Hinweisen. pp/dpa