Olching – Nach der Corona-Pause gibt es wieder Faschingszüge. Doch für die Veranstalter ist die Organisation in diesem Jahr alles andere als einfach. Denn die Bonbons, die von den Faschingswagen geworfen werden, sind teuer geworden – und derzeit Mangelware. Es sei ein großes Problem, sie überhaupt herzubekommen, sagt Ludwig Gruber, der Vize-Vorsitzende des Komitees Faschingszug Olching im Kreis Fürstenfeldbruck. Früher sei es kein Problem gewesen, die drei Paletten voller Zuckerware zu bestellen. „Nach einer Woche war alles da“, sagt Gruber. Nun könne der Großhandel diese Mengen nicht mehr heranschaffen. Selbst in der Karnevalshochburg Köln gibt es Probleme, wie Gruber berichtet. „Die haben zwar Bonbons, aber kein Personal, die sie verschicken könnten.“
Den Olchingern bleibt nichts anderes übrig, als die Zehn-Kilo-Gratistüte zu streichen, die früher jeder Wagen bekommen hatte. Alle Teilnehmer müssen sich nun also selbst um Bonbons kümmern. Nicht nur die Lieferengpässe sind das Problem, sondern auch die Kosten, erklärt Gruber. Die Preise hätten sich verdoppelt.
Und das gilt nicht nur für die Süßigkeiten. Auch der Preis für die Sicherheitsleute ist um 60 Prozent gestiegen. Deshalb kommen die Olchinger nicht darum herum, dieses Jahr von allen Zugteilnehmern eine Gebühr von zwei Euro zu verlangen. Anders könne man die immensen Kosten für den Verein nicht mehr in den Griff bekommen. Gruber schätzt die Summe auf mehr als 20 000 Euro.
Das hängt nicht nur mit Krieg und Inflation zusammen. Schon vor der Pandemie hatte sich die Teilnahmegebühr abgezeichnet. 2020 war sie aber noch nicht verpflichtend, die Teilnehmer wurden lediglich um eine Spende von zwei Euro gebeten. Die Zuschauer zahlen die zwei Euro für ein Abzeichen. Als die Olchinger die neue Regelung verkündeten, war die Einsicht groß, berichtet Gruber. „Wir sind alle froh, dass der Fasching überhaupt wieder stattfinden kann.“ gab