Söders Freude, viele Hände zu schütteln

von Redaktion

Zum ersten Mal seit drei Jahren lädt der Ministerpräsident wieder zum Neujahrsempfang

München – Im geschlossenen Raum eine halbe Ewigkeit mit hunderten anderen anstehen, um als 1678. Gast die Hand des Ministerpräsidenten zu schütteln – und die der Ministerpräsidenten-Gattin. Zu harten Corona-Zeiten wäre das ein echter Schocker gewesen. Aber die Pandemie ist ja glücklicherweise vorbei, weshalb Markus Söder nach zweijähriger Pause am Freitag wieder zum Neujahrsempfang in die traumschöne Münchner Residenz lud.

1800 Bayern – Politiker, Promis, verdiente Ehrenamtliche – kamen. Für Söder ist es in der Regel der anstrengendste Protokolltermin des Jahres – diesmal nicht. „Es ist schön, so viele Ehrenamtliche wiederzusehen“, sagt er vor Beginn des Defilees. „Deshalb freue ich mich, viele Hände zu schütteln.“

So kommt es dann auch. Kaminkehrer, Produkt-Königinnen, die Schäffler, Kabinettskollegen schieben sich vorbei. Handschlag, kurzer Gruß, ein Foto, weiter geht’s. Söder rauchen irgendwann die Hände, aber das Lachen für die Bilder sitzt. Einmal an ihm vorbei, wird es dann schnell wieder locker. Im Vorbeigehen fragt beispielsweise der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm den katholischen Kollegen Reinhard Marx: „Hattest Du eigentlich mal Urlaub?“ Der Kardinal, wahrlich beschäftigt genug, schüttelt nur schwer den Kopf.

Mehr als zweieinhalb Stunden dauert das. In seiner anschließenden Rede im Kaisersaal der Residenz gibt sich Söder dann nachdenklich. Bei seiner letzten Neujahrs-Ansprache 2020 – erst drei Jahre her und doch eine gefühlte Ewigkeit – hätten alle „goldene Zwanziger“ erwartet, erinnert er. „Es kamen bleierne Jahre.“ Corona, der Ukraine-Krieg. Dennoch sei er zuversichtlich, dass wieder bessere Zeiten anbrechen. „Wir packen das. Wir Bayern sind ein großes Team!“ Das mit dem Team meint er wörtlich: Zum Abschluss lässt Söder sein Kabinett die Bayernhymne singen. MARCUS MÄCKLER

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