Ismaning – Der Artikel, der die Liebe in das Leben von Monika Graßold gebracht hat, erschien am 17. Dezember 2022. „Das ist nahezu nicht mehr finanzierbar“, war die Überschrift in der Zeitung. Darunter: „Rentnerin aus Ismaning muss 145 Prozent mehr für Strom zahlen“. Ein Bild zeigt sie mit ernstem Blick und einem Schreiben ihres Stromversorgers. Weil auch der Grundpreis stieg, sollte die 66-Jährige ab dem Jahreswechsel insgesamt 200 Prozent mehr für ihren Strom berappen.
Der Artikel erschien auch auf unserer Internetseite. Dort kommentierten ihn zahlreiche empörte Leser. Auch Transportunternehmer Wolfgang Backes aus Moosburg (Landkreis Freising) las die Geschichte über die Strompreiserhöhung und wunderte sich, dass Monika Graßold gleich so viel mehr bezahlen muss. Er selbst hatte bei seinem Stromanbieter lediglich Mehrkosten von 30 Prozent. „Ich habe dann Monika über Facebook kontaktiert und ihr geraten, doch den Anbieter zu wechseln“, sagt er. Eine nette Geste, dachte sich Monika Graßold – und schrieb zurück. Es folgte eine angeregte Unterhaltung, in der es schon bald nicht mehr um Strompreise ging – vielmehr entwickelte sich ein Flirt. Die beiden verabredeten sich zu einem Treffen am Flughafen. Und tatsächlich: Bei einem Weißwurstfrühstück im „Airbräu“ funkte es.
„Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt Backes – seit 1994 geschieden. „Es hat wie eine Bombe eingeschlagen“, sagt Monika Graßold. „Das war nicht geplant“, erzählt sie. Denn: „Ich habe ja acht Jahre alleine gelebt und kam sehr gut zurecht.“ Es kam durch einen Zufall anders. Und den Stromversorger hat Monika Graßold inzwischen auch gewechselt. VOLKER CAMEHN