Provisorische Leitung bleibt bis Juni im See

von Redaktion

Schönau – Die provisorische Abwasserleitung verläuft auf einer Länge von fünf Kilometern durch den Königssee. Sie wurde vergangenes Jahr verlegt, nachdem in der mehr als 40 Jahre alten Leitung ein Leck festgestellt wurde und das Schmutzwasser von der Halbinsel St. Bartholomä in den See geraten war. Ende des Jahres wurde eine neue Leitung verlegt. Eigentlich sollte die provisorische Abwasserleitung längst entfernt sein. Das Ingenieurbüro riet der Gemeinde aber, das nicht gleichzeitig zu machen, berichtet der Bürgermeister Hannes Rasp. Denn geplant ist, die fünf Kilometer lange Leitung wiederzuverwenden. Dazu muss das aus speziellem Plastik angefertigte Konstrukt auf eine Rolle gewickelt werden. „Bei niedrigen Temperaturen ist das aber schwierig, die Leitung könnte beschädigt werden“, sagt Rasp. Zudem beginnt im März die Vogelbrutzeit. Deshalb sind die Arbeiten nun bis Juni verschoben. Mit dem Nationalpark Berchtesgaden ist das geklärt. Das Abwasserrohr sei außerdem gereinigt worden, berichtet Rasp. Eine Gefahr für den Königssee bestehe also nicht.

Den Naturschützern gefällt die Verzögerung trotzdem nicht. Sie hatten bereits im vergangenen Jahr darauf gedrängt, dass das Provisorium schnell entfernt wird. „Wir wussten nichts davon, dass es nun länger dauern wird“, sagt Rita Poser, die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz. Der Königssee gilt als eine der sensibelsten und schutzwürdigsten Gegenden Deutschlands. Der Eingriff fand auf dem Gebiet des Nationalparks Berchtesgaden im Vogelschutzgebiet und im Biosphärenreservat Berchtesgadener Land statt. Der Bund Naturschutz hatte im Nachgang Klage gegen den Genehmigungsbescheid eingereicht. Ende Januar soll ein Gespräch zwischen den klagenden Naturschutzverbänden und zuständiger Behörde stattfinden. KILIAN PFEIFFER

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