Nürnberg – In der Nürnberger Innenstadt tobte das Leben, als die tödlichen Schüsse fielen. Menschen standen vor Cafés an diesem Oktoberabend, aßen, tranken, unterhielten sich. Wer die Schüsse abgegeben hatte, wussten die Ermittler schon am Tatabend. Ein gutes Vierteljahr dauerte es aber, bis der 28-jährige, mutmaßliche Todesschütze hinter Schloss und Riegel gebracht werden konnte. Am Donnerstag vergangener Woche drang ein Spezialeinsatzkommando in ein Zimmer des Hotels Londres im italienischen Rimini ein. Der mutmaßliche Täter schlief zu dem Zeitpunkt – inzwischen sitzt er in einem italienischen Gefängnis.
Bei der Auseinandersetzung in Nürnberg starb ein 30 Jahre alter Mann – er war im Begriff, Vater zu werden. Ein 35-Jähriger wurde von den Schüssen schwer verletzt. Das Trio kannte sich. Flüchtige Begegnungen zwischen dem 35-Jährigen und dem mutmaßlichen Schützen hatte es offenbar schon in der Türkei gegeben. Der mutmaßliche Täter habe einen Vertrieb für Tabak- und Shishaprodukte aufziehen wollen – die beiden Opfer hätten mit ihm in geschäftlicher Beziehung gestanden.
Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth betreibt nun die Auslieferung des 28-Jährigen nach Deutschland. Ob der Vorwurf noch auf Mord geändert wird oder bei Totschlag bleibt, hängt von weiteren Ermittlungen zu einem Motiv ab. Dazu hielten sich Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag noch bedeckt.