Spionage-Krimi: Das sagt der Komplize von Carsten L.

von Redaktion

Geheimtreffen in Moskau, Feste in Weilheim: Arthur E. soll sich inzwischen dem FBI anvertraut haben

Weilheim – Es ist einer der größten Spionagefall der jüngeren bundesdeutschen Geschichte: der mutmaßliche Verrat von Staatsgeheimnissen durch BND-Agenten Carsten L. (52) und seinen Komplizen Arthur E. (31) an den russischen Geheimdienst. Ihre Beziehung hat nach Informationen des „Spiegel“ in Weilheim ihren Anfang genommen.

Im Jahr 2021 sollen sich Arthur E. und Carsten L. auf einem Fest in der oberbayerischen Kreisstadt, wo Carsten L. wohnt, kennengelernt haben. L. soll sich bei weiteren Treffen besonders für die häufigen Geschäftsreisen von Arthur E. nach Afrika interessiert haben. Der Münchner E., Deutscher mit russischen Wurzeln und ehemaliger Zeitsoldat in Feldafing, hatte sich laut „Spiegel“ zuletzt zweimal in Moskau aufgehalten: vom 6. bis 10. Oktober 2022, dann von 31. Oktober bis 11. November 2022.

Bei den Treffen sollen mehrere Dutzend Seiten übergeben worden sein, geheime BND-Dokumente, die er von Carsten L. erhalten haben will. Diese Dokumente habe sich Arthur E. zuvor sogar angeschaut und zum Teil abfotografiert, darunter streng geheime Tabellen und Informationen über russische Opferzahlen im Ukrainekrieg. Hier könnte die russische Seite Schlüsse daraus ziehen, welche Quellen der BND benutzt.

Der Münchner gilt als weit gereist. Vor seiner zweiten Russland-Reise im Oktober 2022, so behaupte er, habe er geglaubt, er sei in geheimer Mission des BND unterwegs. Beim zweiten Treffen in Moskau mit russischen Kontakten erhielt er dann aber einen Umschlag mit Bargeld. Da seien ihm Zweifel gekommen. Den Umschlag will er am Flughafen nicht an Carsten L., sondern an eine andere Person übergeben haben.

Vor seiner Verhaftung hielt er sich in Miami auf, dort soll er sich laut „Spiegel“ dem FBI anvertraut haben, deren Agenten ihn offenbar schon im Visier hatten. Die Rückreise nach München brachte ihn dann in U-Haft, am Flughafen nahm ihn das BKA fest.

Der Weilheimer L. saß da schon seit über einem Monat in Haft. Dem hochrangigen Mitarbeiter des BND wirft der Bundesanwalt Landesverrat vor. Er soll Staatsgeheimnisse dem russischen Geheimdienst überlassen haben. Carsten L. schweigt dazu. mc

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