Pfarrer unter Verdacht

von Redaktion

Kripo ermittelt wegen inkriminierter Dateien

Oberammergau – Von heute auf morgen war er weg. Ohne Ankündigung stand der Pfarrverband Oberammergau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) ohne seinen Pfarrer Thomas Gröner da. Niemand wusste und weiß bis heute, was zu diesem abrupten Abschied vergangene Woche führte. Ein unfreiwilliger, wie mittlerweile feststeht. Die Erzdiözese München und Freising hat den Geistlichen „aus persönlichen Gründen“ von seinen Aufgaben, auch jenen als Dekan im Dekanat Rottenbuch (Landkreis Weilheim-Schongau), entbunden. Seither bestimmen Spekulationen die Gespräche im Passionsspieldorf und darüber hinaus. Jetzt bringt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd etwas Licht ins Dunkle, ohne Namen zu nennen: Die Kripo Weilheim ermittelt derzeit gegen einen 63-Jährigen aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen – wegen inkriminierter Dateien.

Details darf Sprecher Stefan Sonntag nicht verraten. Außer, dass es sich um „potenziell verbotene Dinge, die auf einem Rechner zu finden sind“, dreht. Noch aber, und das betont er explizit, handelt es sich um einen reinen Verdacht. Informationen, die sich mit Gerüchten aus Oberammergau decken. Dort geisterte herum, die Polizei habe Gröner einen Besuch abgestattet. „Bei solchen Ermittlungen werden Beweismittel sichergestellt“, sagt Sonntag allgemein. Bei dem 63-Jährigen Datenträger.

Aktuell wird das konfiszierte Material fachmännisch ausgewertet. Was Zeit in Anspruch nimmt. „Das kann man nicht in Kürze abwickeln“, verdeutlicht der Präsidiumssprecher. Sobald dieser Schritt abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Aus Justizkreisen heißt es, dass es sich um die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg handelt. Die Diözese hält sich in der Causa bedeckt. Als Arbeitgeber trägt sie Verantwortung für ihre Angestellten. Und somit für Gröner. „Wir bitten um Verständnis, dass wir aus personalrechtlichen Gründen uns nicht äußern dürfen“, teilt ein Sprecher einmal mehr mit. Der Betroffene selbst war weder telefonisch noch per Mail für eine Stellungnahme zu erreichen.

Seit dem plötzlichen Weggang des 63-Jährigen musste die Kirche Kritik einstecken. Die Info-Politik sorgte bei den Gläubigen im Pfarrverband, zu dem auch Unterammergau gehört, für Verdruss. Auch Landtagsabgeordneter Florian Streibl (Freie Wähler), ein Oberammergauer, fand deutliche Worte: „Mein Ärger richtet sich gegen München.“   MANUELA SCHAUER

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