KOLUMNE

VON SUSANNE BREIT-KESSLER Wünsche für die Wahlen

von Redaktion

In diesem Jahr wird gewählt. Berlin muss in diesem Februar die Wahl zum Abgeordnetenhaus wiederholen. Im Wonnemonat Mai schreiten Bremer und Schleswig-Holsteiner zur Urne, um Bürgerschaft und Kommunen politisch zu bestimmen. Landtagswahlen stehen im Herbst in Bayern und Hessen an. Natürlich wird längst um jede Stimme gekämpft, selbstverständlich gibt es inzwischen schon Befragungen und Prognosen. Es wird nicht lange dauern, bis Interessenvertreter ihre Kriterienkataloge veröffentlichen, nach denen man Politiker und Politikerinnen befragen soll. Eine – neben dem Wahl-O-Mat – interessante Möglichkeit, eigene Einstellungen zu prüfen.

Was mir am Herzen liegt, ist in einem Fünf-Punkte-Programm schnell gesagt. Aber nicht ganz so leicht gemacht. Ich wünsche mir, dass Politiker und Politikerinnen nicht allein mit stolzgeschwellter Brust von eigenen Leistungen und Verdiensten erzählen, sondern auch Kollegen und Kolleginnen anderer Parteien Beifall für gute Ideen zollen und die dann sogar übernehmen – mit Herkunftsangabe. Das braucht ordentlich Fairness, Respekt vor anderen und ein gesundes Selbstvertrauen. Ich wünsche mir unkonventionelle Bildung mit individueller Förderung. Auch kleine Träumer und ganz Langsame, auch die sehr anders Begabten brauchen Aufmerksamkeit. Lehrkräfte verdienen jede Form von Entlastung. Damit sie die Kraft behalten, kein einziges Menschenkind aufzugeben. Gerade an Mittelschulen, wo nicht „Loser“ sitzen, sondern junge Leute, die wir mit ihren Gaben und Fähigkeiten dringend für unser Land brauchen. Ich will wissen, wie wir die Wirtschaft stärken und die, die Lust verspüren, sich selbstständig zu machen.

Man kann in der Gesellschaft nur verteilen, was man erwirtschaftet hat – und wir müssen und wollen jetzt viel verteilen. Es wäre, biblisch gesprochen, ein erstrebenswertes Ziel, dass „Gerechtigkeit und Friede“ sich küssen, „Güte und Treue“ einander begegnen. Das ist keine Sozialromantik, sondern menschenwürdige Realpolitik.

Ich hoffe auf zügiges Handeln. Regierungen und Parteien sollten Selbstdarstellungen vor allem in schweren Zeiten hintanstellen. Sie müssen zugunsten der Bevölkerung schnell zu Potte kommen. Last, but not least, ich setze auf Wahrheit. Politiker und Politikerinnen sollten offen sagen dürfen, was sie fürchten und was sie falsch gemacht haben. Sie sind Menschen. Und brauchen von denen, die wählen, Achtung. Und eine Portion Barmherzigkeit.

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