Straßkirchen – Ein Batteriewerk der Superlative für BMW soll in Niederbayern entstehen. Vor Ort ist man zwiegespalten.
Der Gäuboden mit seinen fruchtbaren Böden gilt als die Kornkammer Bayerns. Hier werden Braugerste, Zuckerrüben oder Gurken angebaut. Genau hier will der Autobauer BMW eine Fabrik für Autobatterien hochziehen, die die neuen Elektro-Modelle der Autoschmiede antreiben sollen. Die Nähe der bestehenden BMW-Werke in Regensburg und Dingolfing war ausschlaggebend für die Wahl des Standortes, aber auch das Stammwerk in München soll von hier mit Hochvoltbatterien beliefert werden.
Gestern gab BMW den Kauf des 105 Hektar großen Geländes auf den Fluren der Gemeinden Irlbach und Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen bekannt. Baubeginn soll 2024 sein. 1000 Arbeitsplätze sind geplant.
Die Landräte der Region nahmen die geplante Ansiedlung der Großfabrik im Ackerland positiv auf, die Gemeinde Straßkirchen, die an der B8 Straubing–Passau liegt, erhofft sich den Bau der lang ersehnten Umgehungsstraße. Doch es gibt auch Kritiker: Vor Ort hat sich vor einem Monat die Bürgerinitiative „Lebenswerter Gäuboden“ gebildet, die sich für den Erhalt der Ackerflächen einsetzt. „Der von der BMW Group angestrebte Bau eines Werkes zur Montage von Hochvoltbatterien für die E-Mobilität wird unserem Dorf und der gesamten Region einen gewaltigen Strukturwandel aufzwingen“, kritisieren die Gegner. Die Ackerfläche, die geopfert werden soll, würde 4000 Menschen ernähren. Man macht sich Sorgen um die Verkehrszunahme und Lichtverschmutzung.
Bei BMW versucht man, die Gegner zu beschwichtigen: „Die Experten der BMW Group arbeiten zusammen mit Architekten an schlüssigen Architekturkonzepten, die die lokalen Gegebenheiten dem Einsatz regionaler Rohstoffe und Recycling-Materialien und eine stimmige Außenbeleuchtung zur Reduktion von Lichtemissionen berücksichtigen“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. JOHANNES WELTE