Bürgermeister hat Hausverbot beim Wirt

von Redaktion

Kurioser Streit in Epfach: Rathaus-Chef darf die Dorfgaststätte nicht betreten

Epfach – Im „Wirtshaus zur Sonne“ in Epfach im Kreis Landsberg gibt es mittwochs Haxn und freitags Burger. Das ist schön fürs ganze Dorf, aber nicht für den Bürgermeister – denn Andreas Braunegger hat seit Monaten offiziell Hausverbot in der Wirtschaft in dem Ortsteil von Denklingen. Das ist so skurril, dass das Ganze jetzt die Epfacher Faschingsgesellschaft aufs Korn genommen hat. Der Hausverbots-Gaudi hat sie einen ganzen Wagen gewidmet. Die Faschingsgesellschaft schlug eine „Paar-Therapie“ für Wirt und Bürgermeister vor. Der Hintergrund: Bürgermeister Braunegger soll Personal von der Dorfkneipe fürs Bürger- und Vereinszentrum Epfach abgeworben haben, das sei der Grund für das Hausverbot, so die Faschingsfreunde.

Markus Forschner, der Chef der Epfacher Traditions-Gaststätte, sagt, die Angelegenheit sei schon ewig her. Mehr will er nicht sagen. Der Bürgermeister ist auskunftsfreudiger. „Ja, ich habe Hausverbot in der ,Sonne‘“, erklärt er. Vom Abwerben von Mitarbeitern für das Vereinszentrum will er nichts wissen. Das Gespräch gesucht hat Braunegger laut eigener Angabe nicht nur einmal mit dem Wirt. Ohne Erfolg.

Die Situation ist verfahren. Und hat Folgen für den Ort: Bereits im Herbst musste die Hauptversammlung der Feuerwehr verlegt werden. Die hätte eigentlich in der „Sonne“ über die Bühne gehen sollen. Weil der Bürgermeister hier anwesend sein muss, musste die Versammlung ins Feuerwehrhaus verlegt werden. Auch bei einer Jagdverpächterversammlung fehlte Braunegger jüngst – er musste draußen bleiben. bas

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