Najd Boshi flüchtete vor acht Jahren mit ihrer damals zwölfjährigen Tochter und ihrem achtjährigen Sohn aus Aleppo in Syrien nach Bayern. Heute studiert ihre Tochter in München, sie kommt nur noch am Wochenende nach Hause. Ihr Sohn ist 15 und geht noch zur Schule. Gemeinsam leben sie am Tegernsee. Dort hatte Najd Boshi schon viele Jobs, sie arbeitete in einer Bäckerei, als Kassiererin und sogar als Kapitänin. Nun ist die 46-Jährige in der Tourist-Info fest angestellt. Sie gibt Urlaubern Tipps, wo es im Tegernseer Tal am schönsten ist. Ein Traumjob, sagt sie.
. 6.45 Uhr: Der Wecker klingelt. Eigentlich würde es reichen, wenn Najd Boshi um 7 aufsteht. „Aber ich brauche eine Viertelstunde, um meinen 15-jährigen Sohn aus dem Bett zu kriegen.“
. 7 Uhr: Sie hängt Wäsche auf, macht die Betten, wäscht das Geschirr ab.
. 8 Uhr: Najd Boshi macht Rückengymnastik, danach hört sie etwas Musik, um mit guter Energie in den Tag zu starten.
. 9 Uhr: Ihr Arbeitstag in der Tegernseer Tourist-Info beginnt.
. 11 Uhr: Zeit für ein kleines Frühstück.
. 13 Uhr: Mittagspause, Najd Boshi nutzt sie gerne für einen Spaziergang am See.
. 17 Uhr: Najd Boshi kommt nach Hause, ihr Sohn ist schon von der Schule zurück, meist muss sie wieder etwas Ordnung machen. „Ich frage mich, wie er das schafft, das Haus so schnell auf den Kopf zu stellen“, sagt sie.
. 18 Uhr: Die beiden kochen zusammen, unterhalten sich über ihren Tag, oft schauen sie nach dem Abendessen gemeinsam eine Serie an.
. 20 Uhr: Najd lernt mit ihrem Sohn für die Schule, oft fragt sie ihn ab.
. 21.30 Uhr: Die 46-Jährige duscht und macht es sich mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich. Das ist ihre Zeit für sich.
. 22.30 Uhr: Najd Boshi geht ins Bett. Sie leidet unter Schlafstörungen, meist wacht sie schon gegen 3 Uhr auf und liegt dann wach in ihrem Bett, bis der neue Tag beginnt. KATRIN WOITSCH