München – Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (FW) hat auf die bedrohliche Situation beim Grundwasser hingewiesen. Die Regenmenge seit Dezember betrage nur 70 Prozent des Normalen. Statt 220 bis 250 Liter je Quadratmeter seien aktuell im Schnitt nur 147 Liter gemessen worden. Die Grundwassermess-Pegel gingen zurück, man müsse „klug vorsorgen“.
Tatsächlich ist derzeit vor allem Südbayern betroffen. Hier haben eine Reihe von Pegeln südlich von München neue Niedrig-Rekordwerte erreicht. „Das bisherige Winterhalbjahr fällt zu trocken, zu warm und schneearm aus“, heißt es im Lagebericht des Landesamtes für Umwelt vom 2. März. „61 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen weisen niedrige und sehr niedrige Grundwasserstände auf. In den tieferen Grundwasser-Stockwerken zeigen 71 Prozent der Messstellen eine Niedrigwassersituation.“
Als Baustein einer „Wasserstrategie 2050“ hat die Bayerische Staatsregierung auch die Einführung eines Wassercents angekündigt – erstmals schon im Juni 2021 in einer Regierungserklärung von Markus Söder (CSU). Ein Wassercent wäre zweckgebunden für Wasserschutzmaßnahmen.
Bisher darf Grundwasser umsonst abgezapft werden – auch Mineralwasserkonzerne zahlen nichts. Glauber sagte gestern: „Ein Wassercent wird ein erheblicher Baustein sein müssen.“ Allerdings werde das erst in der nächsten Legislaturperiode, also nach der Landtagswahl im Oktober, konkret vorbereitet. dw