Tegernsee – Zugegeben, ganz so messerscharf wie auf dem Nockherberg wird im Tegernseer Bräustüberl nicht derbleckt. Aber auch hier gab es, wie vor wenigen Wochen am Nockherberg, nachdenkliche Worte. So beendete Bruder Barnabas, alias Nico Schifferer, seine Fastenpredigt mit den Worten: „Sind wir dankbar, dass wir hier sein dürfen, das ist keine Selbstverständlichkeit.“
Hier, unter dem Gewölbe des Tegernseer Bräustüberls, versammelte sich am Mittwochabend auf Einladung der Wirte Caterina und Peter Hubert die Prominenz des Tales: Landräte, Bürgermeister, Wirte wie Eduard Reinbold mit Frau Petra, Hotelier Korbinian Kohler, Großgrundbesitzerin Helene Herzogin in Bayern, Joghurt-Unternehmerin Tanja Ehrmann und Dirndl-Designerin Kinga Mathe. Alle wollten dabei sein. „Wir hatten einen enormen Zuspruch, es sind 400 Gäste gekommen“, sagte Wirtin Caterina Hubert, die den Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner zum Anzapfen ins Bräustüberl holen konnte. Weil der sonst wenig am Tegernsee ist, musste er auch nicht befürchten, derbleckt zu werden. „Die Rede war wunderbar, noch besser als erwartet“, schwärmte Helene Herzogin in Bayern, für die dieser Abend immer auch ein Abend der Freundschaft ist. Überhaupt – jeder kennt jeden, wie Anwalt Dr. Wolfgang Seybold, der seit 30 Jahren seinen Stammtisch im Bräustüberl hat – immer am Sonntag.
Vielleicht wechselt er ja bald einmal den Platz, denn das Ehepaar Hubert hat die benachbarte Schlossbrennerei übernommen und wird sie unter dem Namen Schlosswirtschaft wiedereröffnen. „Es wird kein zweites Bräu-stüberl werden, aber genauso schön. Und noch näher am See“, sagt Peter Hubert. Ebenfalls dabei waren: Ex-1860-Präsident Karl Auer, die Gastronomen Martin und Tanja Frühauf (Saurüsselalm) und Werner Hochreiter. av/mz