Werdenfelsbahn: Es hagelt Kritik aus Tirol

von Redaktion

Garmisch-Partenkirchen – Nach dem Fahrgastverband Pro Bahn hat sich auch der Tiroler „Arbeitskreis Fahrgast“ mit scharfer Kritik an der Ausschreibung zur Werdenfelsbahn geäußert. Die Ausschreibung Werdenfels 2028+ sei „ein Armutszeugnis“, kommentiert AK-Sprecher Martin Teißl aus Schwaz/Tirol.

Ein Grund für den Ärger auch bei den österreichischen Nachbarn: Die derzeitigen umsteigefreien Verbindungen von Pfronten/Steinach und Reutte nach München werden entfallen. Künftig müssen Fahrgäste in Garmisch-Partenkirchen umsteigen. „Dass bei jedem Umsteigevorgang die Fahrgastzahlen im Vergleich zu einer umsteigefreien Verbindung abnehmen, darf als bekannt vorausgesetzt werden“, sagt Teißl.

Zudem werde durch die Planungen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) das im ehemaligen Bahnhofsgebäude Griesen geplante Jugendübernachtungshaus ausgebremst. Es werde, wenn die Planungen so bleiben, ab Ende 2027 in jedem Winter den Bahnanschluss verlieren. Der Grund: Die Züge müssen dann ohne Halt durchfahren, um stattdessen am Bahnhof Garmisch-Partenkirchen Hausberg zu halten. Aufgrund der Langsamkeit der Züge auf der kurvenreichen Strecke könnten nicht beide Haltestellen gleichzeitig bedient werden, weil sonst der Anschlusszug von/nach Innsbruck nicht erreicht würde. Der BEG fehle jeder Ehrgeiz, die Infrastruktur der Außerfernbahn zu verbessern. „Das alles hat mit einer Verkehrswende nichts zu tun“, kritisiert Teißl.

Aktuell kommt es vor Ort zu neuen Erschwernissen für die Fahrgäste: Wegen einer instabilen Stützwand ist einen Monat lang, bis 21. April, die Strecke Garmisch-Partenkirchen–Mittenwald einmal mehr komplett gesperrt.  dw

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