München – „Es läuft nichts.“ So lautete die Zwischenbilanz des stellvertretenden Landesbezirksleiters von Verdi, Sinan Öztürk, am späten Montagvormittag. Die Beteiligung am Warnstreik sei sehr hoch.
Und der Streik legte den öffentlichen Personennahverkehr in München nahezu lahm. In der Früh fuhren weder U-, noch S-Bahnen, auch auf den Tramstrecken war nichts los. Beim Busverkehr war etwa die Hälfte aller Linien im Einsatz. Zumindest auf der Stammstrecke nahm die Münchner S-Bahn zur Mittagszeit einen ausgedünnten Pendelbetrieb wieder auf. Mehrere Eisenbahnunternehmen kündigten am Nachmittag an, in Teilen des Freistaats wieder erste Regionalzüge fahren lassen zu wollen.
Obwohl Pendler auf Auto, Fahrrad oder Roller umsteigen mussten, hielten sich die Auswirkungen auf den Straßenverkehr zunächst in Grenzen. Der ADAC beobachtete in der Früh zwar mehr kleine Staus auf den Autobahnen, im Verlauf des Vormittags beruhigte sich die Lage aber. Die Menschen hätten sich offenbar auf den Warnstreik eingestellt, sagte eine ADAC-Sprecherin: „Wer konnte, ist im Homeoffice geblieben.“
Werner Albrecht, der für die SWM und die MVG bei beiden Tarifverhandlungen am Tisch sitzt, zeigte sich angesichts des Streiks verständnislos. „Die Abschlüsse für die beiden uns betreffenden Tarifverträge TV-N Bayern und TV MVG sind in Reichweite“, sagte er. Es sei unverständlich, wieso die Gewerkschaft die Beschäftigten erneut zum Streik aufgerufen habe. „Das bedeutet vor allem für die Fahrgäste erhebliche Einschränkungen.“
Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hofft, dass es bei den Verhandlungen zu einer Einigung kommt: „Ich hoffe, dass dieser breit angelegte Streik des kompletten öffentlichen Nahverkehrs nun endlich dazu führt, dass sich die Verhandlungspartner auf einen Tarifabschluss einigen, um weitere Belastungen für die Münchnerinnen und Münchner zu vermeiden.“