München – Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat den Vorstoß des Bundesverkehrsministeriums für einen Flughafen-Express zurückgewiesen. Er favorisiert den Bau einer Parallelstrecke zur S1 – was allerdings, selbst wenn der Bund diesen Vorschlag aufgreift, etliche Jahre dauern würde.
Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Michael Theurer (FDP), hatte vorgeschlagen, den Flughafen-Express auf der bestehenden S1-Strecke fahren zu lassen (wir berichteten). Er verwies auf eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 1997.
Bernreiter kann dem nichts abgewinnen. Theurer hätte sich, so spottet er, Zeit nehmen müssen, „den Staub vom Dokument zu pusten“. Er greife „in die Mottenkiste“. Die zweigleisige Strecke, auf der neben S-Bahnen auch Züge des Regionalverkehrs sowie Güterzüge fahren, sei dicht. Auf der Linie der S1 gebe es „keine Möglichkeit für zusätzliche Express-Züge“. Dies habe „erst kürzlich ein Mitarbeiter der Bahn“ im „Dialogforum Bahnausbau Region München“ bestätigt.
Bernreiters Alternative ist eine Paralleltrasse zur S1. Er verweist dazu auf das Vier-Stufen-Konzept des Freistaats aus dem Jahr 2022. Dort wird als Stufe 4 ein direkter ICE-Anschluss vorgeschlagen. Dafür wäre ein dickes Ausbauprogramm fällig: „Hierfür bedarf es einer Neubaustrecke von München nach Ingolstadt mit Anbindung des Flughafens und der Strecke nach Landshut und eines zweiten Flughafenbahnhofs.“ Bisher ist die von Bernreiter favorisierte Neubaustrecke nicht einmal im Bundesverkehrswegeplan erwähnt. Das wäre die erste Voraussetzung, um überhaupt mit den Planungen beginnen zu können. Der Bund hatte das kürzlich abgelehnt und darauf verwiesen, dass der jetzige Bundesverkehrswegeplan bis 2030 gilt. Der Verkehrsminister kündigte an, es trotzdem zu versuchen. „Wir werden einen neuen Vorstoß dafür machen, dass dieses wichtige Projekt vom Bund schnellstmöglich in seinen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird.“
Darüber hinaus liefen die Bemühungen um weitere Verbesserungen auf Hochtouren. Planung und Bau des Erdinger Ringschlusses kämen Stück für Stück voran. Zuletzt sei mit einem Vertrag die Erstellung eines Überwerfungsbauwerks Flughafen München West eingetütet worden. Damit werde auch die Betriebsqualität steigen.
DIRK WALTER