Der Winter ringt mit dem Frühling

von Redaktion

VON JOSHUA EIBL

München – „Der Winter kämpft mit dem Frühling, deswegen gibt es das Aprilwetter auch manchmal schon in März“, erklärt Uta Zimmermann, Meteorologin beim Regionalen Klimabüro des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Diesen März war das Ringen oft besonders deutlich zu spüren. Mitte des Monats änderte sich die Temperatur binnen 24 Stunden von null auf 20 Grad – und auch schnell wieder zurück zum Winterjacken-Wetter.

Regnerisch und kühl bleibt es auch über die Osterfeiertage. Das ist auch im April nichts Ungewöhnliches, erklärt die Meteorologin. „Die Wetterschwankungen hängen von den Luftströmungen ab.“ Hoch- und Tiefdruckgebiete, Subpolar- und Tropenluft wechseln sich ab. Das turbulente Auf und Ab auf dem Thermometer setzt sich also fort – das gab es auch in den Vorjahren oft.

„Klar war es schon mal schöner an Ostern“, sagt Guido Wolz, Leiter des DWD in München. „Doch es lag auch schon mal ordentlich Schnee.“ Das Thermometer schlug an Ostern in Bayern sowohl in die eine als auch in die andere Richtung aus. 1962 wurden in Bamberg 28,5 Grad gemessen – die höchste Temperatur an Ostern seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Und auch 2000 maßen die Experten 27,2 Grad in Mühldorf. Der Klimawandel spielt seit der Jahrtausendwende eine Rolle, erklären die Meteorologen. Doch es gab auch schon deutlich frostigere Ostern als dieses Jahr: Am Ostersonntag 1981 erreichten die Temperaturen in Kempten minus 7,7 Grad. Frostige minus 9,2 Grad gab es in Oberstdorf im Jahr 2012. Noch winterlicher war es 2015 in Mittenwald im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dort lagen damals zu Ostern 30 Zentimeter Schnee.

Ausgerechnet im Lockdown-Jahr 2020, als zu Beginn der Pandemie alle Ausflüge und Familienbesuche verboten waren, gab es in Bayern Traum-Ostern mit Temperaturen von 17 bis 24 Grad. Doch im selben Jahr gab es auch Regenmengen in Rekordnähe: In Siegsdorf regnete es damals an einem Tag 25 Liter pro Quadratmeter.

Zumindest Schnee müssen wir dieses Ostern nicht fürchten, versprechen die Meteorologen. Die Feiertage werden keine Wetter-Extreme bereithalten. In Bayern wird es bis Ostermontag Temperaturen von acht bis maximal 16 Grad geben, vereinzelt kann es auch regnen. Eine Prognose für die zweite Ferienwoche will Wolz noch nicht treffen. „Es gibt aktuell keine Hochdrucklage“, die schnell den Frühling bringen könnte. Es kann also auch weiterhin kleine Überraschungen geben – nicht nur im Osternest.

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