Alles öko?

von Redaktion

Tollwood veröffentlicht Heiz-Bilanz

München – Wie öko ist das Tollwood Winterfestival tatsächlich? Das hatten Stadträte der CSU und Freien Wähler die Stadt gefragt. Die Antwort: Das Festival auf der Theresienwiese hat im Winter rund 67 950 Liter Heizöl verbraucht. Der Stromverbrauch liegt bei 586 415 Kilowattstunden.

„Das Tollwood Festival bezeichnet sich als ökologisch und nachhaltig, stellt aber mitten in der größten Energiekrise beheizte Zelte in die Winterlandschaft“, schimpft CSU-Stadtrat Hans Hammer. Die Veranstalter hätten auch damit geworben, mehr denn je auf Energiesparen und -effizienz zu setzen. „Wer so etwas behauptet, muss sich auch daran messen lassen. Das Ergebnis unserer Anfrage zeigt: Das Winterfestival hat fast 68 000 Liter Heizöl verbraucht. So viel brauchen 30 durchschnittliche Einfamilienhäuser im ganzen Jahr.“ Das allein zeuge von Doppelmoral. „Dann damit zu werben, man spare Energie, ist eine dreiste Irreführung der Besucher. Unsere Frage, wie groß der CO2-Fußabdruck der Heizungen oder des Festivals insgesamt ist, wurde wohlweislich erst gar nicht beantwortet.“

Tollwood-Sprecherin Stefanie Kneer sagte unserer Zeitung, im Vergleich zu 2019 habe das Festival 2022 erstmals hauptsächlich Luftwärmepumpen verwendet und knapp ein Drittel weniger Heizöl verbraucht. Die Zelte würden so sparsam wie möglich beheizt, müssten aber, um sie gegen Schäden durch Schneelast zu sichern, erwärmt werden. „Wir kompensieren den nicht vermeidbaren CO2-Ausstoß mithilfe der Klimaagentur atmosfair.“ Man werde künftig weiter auf modernste Technik setzen, um so den Energieverbrauch weiter zu reduzieren. „Ganz vermeiden lässt er sich bei einer Veranstaltung dieser Art nicht.“

Letztendlich müsse aber die Stadt entscheiden, ob im Winter im Allgemeinen keine Zelte mehr für Veranstaltungen zugelassen werden sollen.  ska

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