München – Eingefleischten Bahn-Fans mag das Herz höher schlagen, wenn sie alte Dieselloks der legendären Baureihe 218 erblicken. Doch im modernen Cargo-Betrieb kommen sie nicht mehr vor. Für die schweren Güterzüge aus dem Bayerischen Chemiedreieck hat die Deutsche Bahn auf Leasing-Basis sechs neue Hybrid-Lokomotiven des Schweizer Herstellers Stadlers angeschafft.
Die Besonderheit: Sie tanken ab sofort sogenannten HVO-Kraftstoff – das ist Diesel, der aus biologischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt wird. Am Mittwoch wurde eine HVO-Tankstelle am Rangierbahnhof München-Nord eingeweiht. Dazu kamen auch die DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Michael Theurer (FDP), nach München. „Mittlerweile kann unsere gesamte Dieselflotte nachhaltigen Kraftstoff nutzen“, erklärt Nikutta. 800 Lokomotiven sind das bundesweit. Sigrid Nikutta rechnet mit zehn Millionen Liter Verbrauch in diesem Jahr. Das spart im Vergleich zum herkömmlichen Diesel 30 000 Tonnen CO2 im Jahr.
Eine der Lokomotiven rollte am Mittwoch auf den Rangierbahnhof – eine der neuen Stadler-Hybrid-Loks der Baureihe 159. Hybrid heißt: Sie kann wechselweise mit Diesel fahren oder aber – auf elektrifizierten Strecken – auf Strom umschalten. Die Loks sind speziell für das Chemiedreieck gedacht, „weil sich die Elektrifizierung der Strecke München–Mühldorf–Freilassing immer weiter verzögert. Staatssekretär Theurer wies daraufhin, dass „jede verfügbare Alternative“ genutzt werden müsse, um beim Verkehr die CO2-Emissionen zu senken – die FDP steht bekanntlich hier mächtig unter Druck, weil das im Verkehrssektor momentan noch kaum gelingt. DIRK WALTER