Spuren deuten auf Beteiligung eines Elfjährigen hin

von Redaktion

Wunsiedel – Ein Elfjähriger soll die zehn Jahre alte Lena im Kinderheim „St. Josef“ in Wunsiedel getötet haben. Am Freitag informierte die Polizei darüber, dass die durch das LKA ausgewerteten Spuren auf das strafunmündige Kind hinweisen. „Der Junge wurde in einer gesicherten Einrichtung präventiv untergebracht“, sagte Polizeisprecher Alexander Czech.

Gleich nach dem Auffinden der Leiche des Mädchens am Dienstagmorgen um 8.45 Uhr waren drei Jungen aus der katholischen Einrichtung ins Visier der 40-köpfigen Soko „Park“ geraten. Alle waren aufgrund unterschiedlicher Auffälligkeiten vom Jugendamt im Heim untergebracht worden. Am Donnerstag schied zunächst der Ältere aus dem Kreis der Verdächtigen aus, dann auch der zweite Elfjährige. Der nun Beschuldigte ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft bisher nicht befragt worden. Bestraft werden kann er aufgrund seines Alters ohnehin nicht.

Lange hatten die Behörden zu den konkreten Ermittlungsschritten gemauert, lediglich recht schnell Gerüchte um ein Sexualdelikt dementiert. Ob die Tat jedoch als Mord oder Totschlag zu werten ist, was die genauen Hintergründe waren, wird die Öffentlichkeit wohl nie erfahren: „Keine weiteren Auskünfte“, blockte Sprecher Czech weitere Nachfragen ab.

Bekannt wurden indes einige Details zum Opfer. Die Schülerin Lena stammte aus der Oberpfalz, lebte erst seit vergangenem Herbst im „St. Josef“. Ihre Eltern lebten getrennt, wegen Auffälligkeiten der Mutter wurde das Kind vom Jugendamt aus der Familie genommen. Fotos und Berichte auf einer Schul-Homepage zeigen, dass sie schwimmbegeistert war. Sie war eines der wenigen Kinder, die im Heim waren, weil die meisten sich auf einer Ski-Freizeit befanden.

In dem Kinder- und Jugendhilfezentrum St. Josef in Wunsiedel werden nach Angaben des Trägers etwa 90 Kinder und junge Erwachsene im Alter von drei bis 19 Jahren betreut.

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