Wunsiedel – Nach dem Tod der elfjährigen Lena in einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Wunsiedel ist die Betroffenheit in dem 9200-Einwohner-Städtchen groß. „Ich bin zutiefst erschüttert über den tragischen Tod des Mädchens“, sagt Bürgermeister Nicolas Lahovnik. „Mein Mitgefühl gilt den Betroffenen, der Familie, den anderen Kindern im Heim sowie den Mitarbeitern.“ In der Einrichtung finden fast 90 Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen Platz, fast ebenso viele Beschäftigte kümmern sich um sie. Zum Tatzeitpunkt – Lena war vorigen Dienstag leblos in ihrem Zimmer gefunden worden – waren viele Heimbewohner in einem Skilager. Zur Tat, zum Motiv oder zum möglichen Täter sagt die Polizei kaum etwas, eine 40-köpfige Sonderkommission ermittelt. Wie berichtet geht die Polizei davon aus, dass ein Elfjähriger Lena getötet hat.
Das Opfer war wegen Auffälligkeiten der Mutter aus ihrer Familie genommen worden. Zu ihrem Vater, der in der Oberpfalz lebt, hatte Lena laut einer Nachbarin ein gutes Verhältnis, sie sei regelmäßig zu Besuch gewesen. „Sie war lebenslustig, aufgeschlossen, hat jeden Spaß mitgemacht“, sagt die Nachbarin. Lena sei sehr umgänglich gewesen und habe sich mit allen gut verstanden. „Wir haben viel unternommen, wir waren auf Spielplätzen, haben Kürbis geschnitzt für Halloween.“ Lena ging gerne zum Schwimmen und zum Reiten. Im Wohnort des Vaters hatte sie Klavierunterricht. Der Vater habe versucht, Lena zu sich zu holen.