Es war Brunos Schwester

von Redaktion

Behörden identifizieren Bären, der den Jogger getötet hat

Trient – Der Bär, der für den Tod des Joggers Andrea Papi im Trentino verantwortlich ist, ist die Bärin Gaia (JJ4). Sie ist die Schwester des Braunbären Bruno, der 2006 in Bayern nahe des Rotwandhauses am Spitzingsee erschossen wurde. Das gab die Staatsanwaltschaft Trient gestern nach der Auswertung genetischer Spuren der Bärin am Leichnam des Joggers bekannt. Die Mutter von Bruno und Gaia ist die Braunbärin Jurka, die 1999 in Slowenien gefangen und im Naturpark Adamello-Brenta ausgesetzt wurde.

Gaia war bereits früher auffällig geworden: Sie wird für einen Angriff auf den Trienter Jäger Christian Misseroni (61) und dessen Sohn Fabio (39) auf dem Monte Peller am 22. Juni 2020 verantwortlich gemacht. Der Sohn war von der Bärin plötzlich überfallen worden. Vater und Sohn wurden bei dem Vorfall schwer verletzt (wir berichteten).

Gaia sollte schon damals nach dem Vorfall erschossen werden. Die bereits von der Provinz erlassene Abschussverordnung wurde jedoch vom regionalen Verwaltungsgericht wieder aufgehoben. Gaia hatte drei Junge, Natürschützer befürchteten, dass diese ohne die Mutter verhungern müssen. Gaia wurde allerdings eingefangen, mit einem Sender versehen und wieder freigelassen. Der Akku des Senders ist längst leer.

Nun soll Gaia endgültig erschossen werden: Am Dienstag haben 40 Forstbeamte am Monte Peller mit der Jagd nach ihr begonnen, ein Gebiet von 800 Hektar wird durchsucht. Die Trentiner Landesregierung und die Umweltbehörde ISPRA haben bereits grünes Licht für den Abschuss gegeben.

Auch zwei andere Bären, Brunos Halbbruder MJ5 (genannt „der Boss“), der im März dieses Jahres einen Gassigeher angegriffen und schwer verletzt hatte und ein Bär namens M62, der Hühner an einem Bauernhof geraubt hatte, sollen erlegt werden, wenn alle Behörden zustimmen. Auf jeden Fall sollen MJ5 und M62 eingefangen werden.

Gestern fand die Trauerfeier für Andrea Papi in der Pfarrkirche seines Heimatortes Caldes statt. Die Kirche war für den engsten Familienkreis reserviert. Im Freien versammelte sich eine große Trauergemeinde.

JOHANNES WELTE

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