So trauern die Eltern

von Redaktion

Toter Jogger im Trentino: Förster auf Jagd nach Bären

Caldes – Eineinhalb Wochen nachdem ein Jogger (26) im Trentino nahe der Grenze zu Südtirol von einer Bärin getötet wurde, ist das Tier immer noch in Freiheit. Der Trentiner Provinzpräsident Maurizuio Fugatti hatte vorige Woche die Tötung der Bärin Gaia angeordnet, die am 5. April bei Caldes im Val di Sole den Jogger Andrea Papi getötet hatte. Das Verwaltungsgericht Trient setzte die Tötungsanordnung bis 11. Mai aus, nachdem Tierschutzverbände dagegen geklagt hatten.

Franca Ghirardini, die Mutter von Andrea Papi, kommentiert gegenüber dem Sender Rai das Vorgehen der Umweltverbände so: „Auch ich bin gegen den Abschuss, aber sie sollten sich ruhigen Gewissens fragen: Was wäre, wenn es einem ihrer Kinder passiert wäre?“ Sie möchte außerdem klarstellen: „Es ist weder die Schuld meines Sohnes noch die des Bären.“ Der Fehler müsse im Missmanagement derjenigen gesucht werden, die das Bärenwiederansiedlungsprojekt Life Ursus geleitet haben, das nun außer Kontrolle geraten sei. „Die Tötung des Bären gibt mir Andrea nicht zurück“, so Papis Mutter weiter. Vater Carlo Papi kann den Tod des Sohnes immer noch nicht fassen: „Er ist einfach nur in den Wald gegangen, wie alle jungen Leute es hier machen, wie alle Einwohner, Touristen, wie jeder es hier macht. Im Sommer kommen Tausende von Leuten hierher.“

Andrea Papis Verlobte Alessia verspürt keinen Hass gegen das Tier: „Der Bär tat, was ihm sein Instinkt sagte, und der Fehler ist sicherlich nicht dem Tier zuzuschreiben“, schrieb sie auf Facebook. Dennoch hat der Bär ihre große Liebe getötet. In ihrer Trauerrede sagte sie: „Du warst die Erde, die mich stützt. Du warst Wasser, das erfrischt am Morgen und wärmt am Abend. Du warst die Luft, die das Gefühl gibt, weit wegzu- fliegen.“ JOHANNES WELTE

Artikel 10 von 11