von Redaktion

Waldkauz Ulrich war in letzter Zeit schlecht gelaunt. Auch jetzt jammerte er wieder vor sich hin. Ich quakte: „Kann es sein, dass du gerade einfach alles in einem schlechten Licht siehst?“

Der Waldkauz blickte mich verdutzt an. Ich schnatterte weiter, dass es gar nicht unüblich ist, sich immer auf das Negative zu fokussieren. Man nennt dieses Phänomen Negativitätsbias, also eine Verzerrung in der Wahrnehmung, durch die das Schlechte für uns viel wichtiger erscheint.

Ulrich krächzte neugierig: „Warum ist das so?“ Ich erklärte, dass der Negativitätsbias bei den meisten Zweibeinern einen großen Teil ihres Lebens bestimmt. Dafür können sie aber nichts, denn die Konzentration auf das Schlechte ist ihnen angeboren. In der Steinzeit war der Fokus auf das Negative überlebenswichtig, weil es im täglichen Leben viele Gefahren gab. Bei einem Knacken im Gebüsch mussten die Zweibeiner zum Beispiel mit einem gefährlichen Raubtier rechnen. Nur die Vorsichtigen waren sicher. Heute haben sich die Lebensumstände geändert und die Zweibeiner leiden oft unter ihrer eigenen negativen Einstellung. Eine Studie hat herausgefunden, dass neun von zehn Sorgen, die sich die Zweibeiner machen, niemals eintreten werden. Eure Paula

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