Eittingermoos – Ein mysteriöser Brandverlauf gibt den Ermittlern im Landkreis Erding Rätsel auf: Gleich zweimal brannte am Freitagabend eine Asylbewerberunterkunft. Die 15 Bewohner der abgelegenen Unterkunft im Eittingermoos (ausschließlich junge Männer aus afrikanischen Staaten) mussten schließlich evakuiert werden, nachdem sie zunächst in einem anderen Teil des Gebäudes untergekommen waren.
Am Freitagabend gegen 18 Uhr war das Feuer das erste Mal ausgebrochen. Eine schadhafte Elektrik kann laut Auskunft der Feuerwehr ausgeschlossen werden. Diese war erst kurz vor dem Brand kontrolliert worden. Keine vier Stunden später mussten die Helfer erneut aus bisher ungeklärter Ursache anrücken, um einen Brand zu löschen.
Das Seltsame: Zwischen beiden Bränden bestand eine Brandschutzmauer. Und: Die Einsatzkräfte sind sich sicher, nach dem ersten Alarm alle Glutnester gelöscht zu haben. Auch die Wärmebildkamera zeigte keinerlei heiße Stellen mehr an. Jetzt ermittelt die Kripo. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Unklar ist, ob das Feuer von Bewohnern selbst gelegt worden sein könnte oder von außen. Was bedenklich stimmt: Am Freitag feierten die Muslime ihren größten Festtag, das Zuckerfest zum Ende des Ramadan. Den Schaden beziffert die Polizei auf eine halbe Million Euro.
Die Bewohner wurden in der Nacht ins Ankunftszentrum nach Altenerding gebracht. Sie werden in den kommenden Tagen auf andere Unterkünfte verteilt. Die Löscharbeiten dauerten bis tief in die Nacht. Am Morgen betraten Brandfahnder der Kripo die Ruine, die abbruchreif ist. HANS MORITZ