Lufthansa gelobt Besserung

von Redaktion

Kein weiterer Chaos-Sommer – Mehr Personal, weniger Flüge

München – Endlose Schlangen an den Schaltern, viel verlorenes Gepäck und massenhaft Flugausfälle: Wer vergangenen Sommer mit dem Flugzeug in den Urlaub wollte, brauchte starke Nerven. Dieses Jahr soll der Reisesommer aber besser verlaufen. Das versprach jedenfalls Airlines-Chef Jens Ritter von der Lufthansa auf einem Pressetermin am Flughafen München.

Bei der Suche nach den Problemstellen habe man „jeden Stein umgedreht“, sagte Ritter. So hat die Lufthansa zum Beispiel die Pufferzeiten bei den Kurzstreckenflügen erhöht, mehr Kontrollstellen am Sicherheitscheck eingerichtet und seit September 1400 neue Mitarbeiter eingestellt. Gleichzeitig wurde der Flugplan besser an die Kapazitäten bei Lade-, Reinigungs- oder Sicherheitspersonal angepasst. Wie stark er dafür reduziert werden musste, will die Lufthansa nicht sagen.

Dass die Änderungen funktionieren, habe die Reisewelle an Ostern gezeigt – „der Lackmus-Test für die Pfingst- und Sommerferien“, so Ritter. Allein am Samstag vor Ostern flogen in München 34 000 Maschinen ab, ein Drittel mehr als normal, in Frankfurt waren es sogar 52 000. „In Frankfurt lag die Pünktlichkeit bei 66 Prozent, in München bei 78 Prozent“, berichtete Ritter. Heißt auch, dass noch bei Weitem nicht jeder Flug pünktlich ist. Das Resümee der Lufthansa fällt trotzdem positiv aus: „Wir sind zufrieden!“

Daneben plant die Lufthansa weitere Maßnahmen, um ihrem Anspruch als „Premium-Airline“ gerecht zu werden. Bis 2025 will der Konzern 2,5 Milliarden Euro investieren, um Produkte und Service zu verbessern, 80 Prozent davon in die Marke mit dem Kranich. Davon sollen zum Beispiel 27 000 neue Sitze gekauft werden, außerdem wird in der Business-Klasse ein neues Konzept mit Suiten eingeführt. Auch vier Maschinen des riesigen Airbus A380 mit bis zu 850 Plätzen kommen zurück nach München. Ab Juni fliegt er nach Boston, ab dem Unabhängigkeitstag am 4. Juli wieder nach New York und ab Herbst nach Bangkok und Los Angeles. Allein der doppelstöckige Jet soll 2023 eine Million zusätzliche Passagiere befördern. Daneben werden bis Ende 2024 weitere Milliarden in 24 neue Langstreckenflugzeuge investiert – auch, um den Durchschnittsverbrauch der Flotte zu senken.

Entsprechend gut gelaunt trat Ritter in der Lufthansa Lounge im Terminal 2 auf. Nur zwei Sachen ärgerten ihn. Erstens: „Bis auf die ersten 14 Tage in diesem Jahr gab es keine Woche, in der nicht Streiks bei Dritten vollzogen wurden“, sagte er. Für nur einen Streiktag müsse man 200 000 Gäste umbuchen. Zweitens werde eine zweiwöchige Nato-Übung im Juni zu Behinderungen im Luftverkehr führen. Darunter würden die Kunden leiden und die Kosten hätten die Airlines zu tragen. „Das muss sich ändern“, schimpfte Ritter. ANDREAS HÖSS

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