Zwei Jugendliche sterben im Wasser

von Redaktion

VON CARINA ZIMNIOK

Lenggries – Die Walchenklamm führt zum Sylvensteinspeicher im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Dort, in dieser spektakulär schönen Landschaft, übt die Bergwacht Lenggries mehrmals im Jahr schwierige Rettungseinsätze. Die Klamm ist „sehr steil, sehr krass“, sagt Sprecherin Lina Feile. Am Sonntagnachmittag verlor dort ein 15-Jähriger aus München sein Leben.

Das Wetter war gut am Sonntag, die Sonne schien immer wieder kräftig, es war frühlingshaft warm. Viele Ausflügler waren unterwegs. Der 15-Jährige war laut Polizeibericht mit „drei Freunden beziehungsweise Verwandten“ im Bereich der Walchenklamm nahe der Bundesstraße 307 beim Picknicken und auch Baden, obwohl das Wasser sehr kalt ist. Ob es sich bei den Begleitern um Erwachsene handelt, konnte die Polizei auf Nachfrage nicht sagen.

Als die Rettungskräfte um kurz nach 17 Uhr alarmiert werden, ist der Jugendliche bereits seit drei Stunden vermisst. Seine Begleiter hatten zunächst auf eigene Faust nach ihm gesucht. Sofort beginnt die Suche. Polizei, Feuerwehr, Bergwacht – und auch Taucher sowie ein speziell ausgebildetes Team, die Canyoning-Retter, rücken aus. Diese haben eine wasserfeste Ausrüstung dabei, tragen Neopren-Anzüge – und sind Experten für schwierige Bergungen aus einer Klamm. Die ist am Sonntag nach den ergiebigen Regenfällen der Vortage gut gefüllt. „Sie hatte mehr Wasser als sonst“, sagt Bergwacht-Sprecherin Lina Feile. Dramatisch war die Lage aber keinesfalls.

Auch ein Polizeihubschrauber ist im Einsatz. Gegen 18.45 Uhr entdeckt die Besatzung den Vermissten in einem Wasserbecken der Klamm. Ein Canyoning-Retter der Bergwacht zieht den leblosen Körper aus etwa 1,5 Metern Tiefe aus dem Wasser. Die Gumpe ist ruhig, der Einsatz daher unproblematisch. Ein Notarzt kann dann nur noch den Tod des Jugendlichen feststellen. Er war nur mit Badehose und Turnschuhen bekleidet.

Die Umstände des Unglücks ermitteln nun die Kriminalpolizei Weilheim und die Staatsanwaltschaft München II. Möglicherweise wird der Leichnam des 15-Jährigen auch noch obduziert.

Es ist nicht das einzige tödliche Unglück an einem Gewässer, das sich am Wochenende in Bayern ereignet hat. In Eichstätt wird am Sonntag ein ebenfalls 15-Jähriger leblos aus der Altmühl geborgen. Ein Passant beobachtet ihn bereits am Samstag, wie er in den Fluss läuft. Als er den Jugendlichen auf der anderen Seite nicht mehr herauskommen sieht, wählt er den Notruf. Noch am Samstagabend beginnen die Rettungskräfte, nach ihm zu suchen. Zunächst ergebnislos, gegen Mitternacht wird die Suche abgebrochen. Man vermutet sogar einen Fehlalarm. Doch am Sonntag wird die Suche fortgesetzt, nachdem die Eltern eines 15-Jährigen aus dem Landkreis Eichstätt ihren Sohn als vermisst gemeldet hatten. Am Nachmittag bergen die Einsatzkräfte seine Leiche. Der Polizei zufolge hatte er sich zuvor mit Freunden getroffen. Danach habe er sich auf den Heimweg gemacht und wohl, statt über die Brücke zu gehen, versucht, die Altmühl zu Fuß zu durchqueren.

Wie tief der Fluss an der Stelle ist, konnte eine Polizeisprecherin nicht sagen. Es gebe aber durchaus seichte Stellen in der Altmühl, wobei es in den vergangenen Tagen viel geregnet habe. Die Ermittler gehen nicht von Suizid oder Fremdeinwirkung aus. Die Leiche des Jugendlichen soll am Dienstag obduziert werden.

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