1-Euro-Ticket für Radl: Die BRB fürchtet Chaos

von Redaktion

Holzkirchen – Für einen Euro in ganz Bayern das Rad im Zug mitnehmen: Mit diesem Plan überraschte Ministerpräsident Markus Söder Ende März die Öffentlichkeit. Ab wann das gelten soll und für wie lange, sagte er nicht. „Der Gesetzesentwurf wird derzeit von den Regierungsfraktionen im Landtag bearbeitet, wird eingebracht und soll noch vor der Sommerpause vorgestellt werden“, heißt es im Verkehrsministerium.

Bei den Bahnunternehmen kann man sich die Umsetzung aber kaum vorstellen: „Unsere Züge sind schon jetzt vor allem an Sommerwochenenden völlig ausgelastet“, berichtet Sabine Flossmann, Sprecherin der BRB. „Es gibt schon jetzt regelmäßig Konflikte zwischen Fahrradfahrern und Fahrgästen ohne Rad oder welchen mit Rollstühlen. Fahrgäste haben aber immer Vorrang.“ Viele Radler hätten kein Verständnis dafür, wenn sie nicht befördert werden.

Wenn das Ein-Euro-Ticket noch mehr Radler anlockt, könne die BRB den Ansturm wohl nicht mehr bewältigen. Wieso nicht einfach mehr Züge fahren lassen? „Wir haben das Wagenmaterial für den Regelbedarf, den der Freistaat bei uns bestellt hat“, so Flossmann weiter. Doch auch für zusätzliche Züge wäre kein Platz: „Viele Bahnsteige sind zu kurz für längere Züge, außerdem haben wir auf den eingleisigen Strecken keine Kapazität für mehr Bahnen.“ JOHANNES WELTE

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