München – Sie schmuggeln Kokain, sie waschen schmutziges Geld: Italiens Mafia betreibt auch in Bayern ihre illegalen Geschäfte. „Wir gehen von etwas mehr als 100 Personen aus, die hier allein der ‘Ndrangheta angehören“, sagt Ludwig Waldinger vom Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA). Die kalabrische Mafia-Organisation ist damit die Gruppe mit den meisten in Bayern ansässigen Mitgliedern – mit großem Abstand. Insgesamt vermutet die bayerische Polizei in ihrem Lagebild zur organisierten Kriminalität (Stand 2021) knapp 190 italienische Mafiosi im Freistaat. Neben der ‘Ndrangheta sind die Camorra (mit rund 25 Mitgliedern), die Cosa Nostra (knapp 20), die apulische Mafia sowie weitere kleinere Organisationen polizeibekannt. Die Zentren sind unter anderem München, Nürnberg und Augsburg sowie der südliche oberbayerische Raum.
Das Hauptbetätigungsfeld der ‘Ndrangheta in Bayern sei die Geldwäsche, sagt Waldinger. Das Ganze funktioniere Im Grundsatz so: Um „dreckiges Geld“ aus illegalen Geschäften zu verschleiern, betreiben die Geldwäscher oft scheinbar legale Firmen – wie etwa Waschanlagen. Mit diesen Firmen melden sie dem Finanzamt scheinbar hohe Profite, obwohl sie eigentlich viel weniger einnehmen – die Differenz füllen sie mit dem illegalen Geld. Dadurch gelingt es, dieses Geld später als legalen, versteuerten Betrag auszuweisen.
Daneben sei die ‘Ndrangheta in Bayern auch durch Steuerhinterziehung und Drogenhandel aufgefallen, so Waldinger: „Der Kokainhandel ist ganz stark in den Händen dieser Gruppe“, sagt der LKA-Sprecher. lim