Badewannenmord-Prozess: Freundin der Toten sagt aus

von Redaktion

Rottach-Egern – Zwischen Hausmeister Manfred Genditzki (62) und seiner befreundeten Anwohnerin Lieselotte Kortüm gab es offenbar nicht nur eitel Sonnenschein. Das wurde am fünften Prozesstag um den Badewannenmord von Rottach-Egern im Kreis Miesbach deutlich. Eine Freundin (80) von ihr berichtete als Zeugin vor dem Landgericht München I, dass es ab 2007 zu Unstimmigkeiten gekommen wäre.

Mal ging es um ein verschwundenes Bild, fehlenden Familienschmuck, aber auch um einen Mercedes, den der Hausmeister weit unter Preis verkauft haben soll. Die Freundin hatte noch am Todestag im Oktober 2008 mit Lieselotte Kortüm telefoniert. Die 87-Jährige wollte ihr etwas Wichtiges sagen, aber erst am Mittag, wenn sie wieder daheim sein würde. „Sie rief mich weinend an“, sagte die Zeugin. Es sollte ihr letztes Gespräch mit der 87-Jährigen sein. Am Abend wurde die Frau tot in der Badewanne gefunden. Hausmeister Genditzki geriet in den Verdacht, sie aus Habgier ermordet zu haben. Er bestritt den Vorwurf. Zweimal wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt. Im aktuellen Wiederaufnahme-Verfahren geht es um seine Rehabilitation.

Die 80-jährige Zeugin wollte nicht an einen Unfall glauben. „Lotti“, wie sie die Verstorbene nannte, habe die Badewanne strikt gemieden. „Die Wanne war für sie ein rotes Tuch“, erinnerte sich die Frau. Die Verteidiger gehen jedoch davon aus, dass Lieselotte Kortüm nach einem Sturz in die Wanne ertrank. Sie war in ihren letzten Lebenswochen deutlich gebrechlicher geworden. Das bestätigte ihre frühere Friseurin. Aus Erzählungen erinnerte sie sich an drei Stürze. wal

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